Medien für den Notfallmediziner – der Vortrag als PDF

Das Adventssymposium in Nürnberg war ein sehr gelungenes Event. Neben den zahlreichen interessanten Vorträgen war auch ein vorweihnachtliches Wochenende in Nürnberg absolut eine Reise wert.

Im Rahmen der Fortbildung hatte ich die Gelegenheit meine Gedanken zum Thema Notfallmedizin-Ressourcen im Web darzustellen. Wie im Rahmen des Vortrages versprochen folgt hier der komplette Vortrag als PDF mit allen Links zum Nachlesen.

Medien für den Notfallmediziner, Nürnberg Adventssymposium 2012 (Lomberg)

 

Is there anybody out there? – Web 2.0 und andere Gedanken

Sie kennen das Lied? Ein absolut phantastisches Stück auf Disk 2 von “The Wall”. Das muss man sich einfach anhören. Wie komme ich darauf?

Nun, der besagte Titel ist neu in einer remastered Version auch in Vinyl wieder zu haben. Also, Liebhaber müssen hier einfach zugreifen.  Beim Hören des besagten Lieds musste ich an unseren Blog denken und nun einfach ein paar Gedanken mit Ihnen teilen:

Die klinische Notfall- und Akutmedizin in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen. Das eigentlich logische Konzept einer professionellen Versorgung von akut erkrankten Patienten durch einen “Generalisten” der Notfallmedizin am Eingangstor einer Klinik wird von vielen Fachkollegen anderer Disziplinen nicht verstanden.

Dies ist verwunderlich: Ich tauschte meine Gedanken mit einem zwischenzeitlich im Ruhestand befindlichen Nürnberger Politiker aus, der nationale Gesundheitspolitik in den 1990er Jahren aktiv mitgestaltet hat und er berichtete von UNSERER (damit meine ich Sie und mich!) Vision einer professionellen Notfallmedizin, die er bereits Ende der 1980er Jahre im australischen Sidney beobachtet hatte. Und viele andere Gesprächspartner, insbesondere im Management und der Wirtschaft tätige Personen, äussern sich ähnlich.

Nun, man ist vermutlich noch in historischen Denkstrukturen verfangen und benötigt noch Zeit, die Grundkonzeption der Akutmedizin, wie von J. Kellet in 2009 beschrieben wurde, zu verinnerlichen. Zeit für “Changing Minds”, das bekanntlicherweise nicht einfach ist. Aber dazu gibt es gut anwendbare Leitfaden, wie man alte Denkmuster durch gute Kommunikation verändern bzw. resetten kann ;-)

Aber auch das Verständnis der in der Notaufnahme tätigen ärztlichen und nicht-ärztlichen Kollegen muss sich ändern: Es geht nicht um Ideologien, es geht darum, dass wir gemeinsam – den drängenden Notwendigkeiten der Akutmedizin geschuldet – auf andere Art und Weise, gemeinsam, Hand in Hand, verantwortlich die Patienten versorgen. Auch Kollegen des Rettungsdienstes könnten hier in der Zukunft durchaus eine Rolle spielen. Aber das ist Zukunftsmusik …. Lesen Sie hierzu das oben zitierte Paper von Kellett.

Aber ich schweife ab. Wie kommen wir nun weiter?
Es geht darum, dass WIR gemeinsam eine moderne Arbeitsumwelt in den deutschen Notaufnahmen gestalten und diese gemeinsam entwickeln.

Wie machen wir das?
Soziale Medien des Web 2.0. unterstützen es, Innovationen zu entwickeln. Deshalb bin ich überzeugt, dass dieser Blog beitragen wird, unser eigenes Handeln in der Notfall- und Akutmedizin weiter zu entwickeln. Machen Sie mit! Trotz der hohen Zugangszahlen (150 Klicks pro Tag!) bin ich jedoch noch etwas enttäuscht über die magere aktive Interaktion.

Bewerten Sie den Blog, Teilen Sie interessante Posts auf Facebook oder Twitter mit. Senden Sie eine Tweed über einen interessanten Post. Die Leiste unter macht es möglich.

Durch Schreiben eines kurzen Kommentars können Sie mit uns allen Interagieren! Nehmen Sie dieses Angebot an. So hat mich schon verwundert, über “Voodoo” keine Rückmeldung bekommen zu haben. Oder schreiben Sie mir eine Mail über ein Sie interessierendes Thema, selbstverständlich können Sie die Themenauswahl mitgestalten.

Über die Bedeutung von Web 2.0 Medien und Internetmedien im Allgemeinen aber auch in der Medizin ist mir auch durch ein Buch von Eric Topol (Ja! Der bekannte US-amerikanische Kardiologe) klarer geworden. Also, lassen Sie es uns gemeinsam interaktiv, aber seriös versuchen! Um auf E. Topol zurückzukommen, von den Kardiologen lernen heisst siegen lernen …. ;-)

Jahresausklang ….

… Habe einen wunderschönen Artikel zum Stellenwert von Büchern und Fachzeitschriften auf nofame4u gelesen. Kann dem Geschriebenen uneingeschränkt zustimmen! Aber nicht nur das Sentimentale sollte die Liebe zu den Büchern und Fachzeitschriften (ich war mal in der Bibliothek der Johns Hopkins Bibliothek, Baltimore, USA, und blätterte in einer Ausgabe der Deutschen Medizinischen Wochenzeitschrift von 1883 … in den USA … wo findet man dies bei uns?) erhalten lassen: Das Lesen in Bùchern ermöglicht einen anderen Zugriff zu den Inhalten … zumindest mir geht es so.

Unseren Blog bzw. Vergleichbares verstehe ich als Inspiration …. und ich habe tatsächlich viele neue Gedanken und Ideen z. B. über nofame4u oder Scott Weingart erhalten. Woran liegt dies? Die interaktiven Medien ergänzen aus meiner Sicht die traditionellen Medien (die Basiswissen transportieren) ideal und ermöglichen auch Querdenken und inspirieren zu neuen Ideen.

Aber Vorsicht! Die neuen Medien werden wenig kontrolliert und korrigiert. Habe mich gestern mit der Thematik, wie lege ich ein 12-Kanal EKG richtig an, beschäftigt (die Ableitungen V1 und V2 werden häufig zu hoch positioniert und beeinflussen die Qualität unseres 12-Kanal EKGs!). Und stelle dann fest, dass auch zahlreiche, hochprofessionell gestaltete Videos auf YouTube diese Ableitungen prima vista zu hoch positioniert haben (hier ein gutes Video und ein gutes PDF; das leichtere Abzählen erfolgt beginnend über den Angulus zwischen Manubrium und Corpus sterni, dort setzt die zweite Rippe an, darunter ist der 2. ICR usw. …man kommt dann einfach – korrekterweise tiefer). Und die Muße der korrekten Recherche, die Korrekturläufe beim Schreiben eines Manuskripts, sind zwar für den Autor meganervig … aber dann eben auf ‘State of the Art’ gebracht. Diese Mühe scheinen viele Internetautoren nicht auf sich nehmen zu wollen. Also, Vorsicht ist geboten und belegt nochmals, wie wichtig exzellente Teaching und Recherchieren von vorhandenem Wissen im Studium, in der Ausbildung aber auch im Beruf sind.

Zurück zum Schmökern. “We should encourage Browsing” lautet der Titel eines nachdenklich stimmenden Artikels im BMJ vom ehemaligen Herausgeber des New England Journal … also mal zurücksetzen und in Ruhe aktuelle Fachzeitschriften …. und gute Bücher lesen. Ist extrem inspirierend, erweitert das persönliche Wissen, und ist auch nach einem hektischen Tag in der Klinik durchaus entspannend ;-)

In diesem Sinne …. den Diensthabenden in der Silvesternacht einen ruhigen Dienst … und Allen einen Guten Rutsch!