Eine eMail, die mich nachdenklich gestimmt hat – Burnout bei Medizinern

Ich habe gestern eine eMail weitergeleitet bekommen. Es handelte sich um einen Überblick der aktuellen Themen, welche bei Medscape publiziert wurden.

Sofort ist mir das oberste Thema ins Auge gefallen. Lifestyle und Burnout bei Medizinern. Es wurden über 27 Tsd US-amerikanische Mediziner befragt. Die Ergebnisse regen zum Nachdenken an …. und ich dachte mir noch, dass gerade in den USA keine derart hohe berufliche Unzufriedenheit und Symptome von Burnout vorhanden sind.

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Diagnostik Update – Und nochmals Lungensonographie ….

In den letzten Monaten werden vermehrt Kursangebote “Sonographie in der Akut- und Intensivmedizin” angeboten. Diese erfreuen sich höchster Aufmerksamkeit und sowohl in den Notaufnahmen als auch auf den Intensivstationen nimmt zunehmend eine fokussierte sonographische Untersuchung einen festen Stellenwert in der Routine ein.

Durch das große Engagement von Oberärzten und Fachärzten meiner Klinik wurde ebenfalls die Sonographie aus einer versteckten Ecke herausgeführt. Nicht selten hört man, dass eine Pneumothorax blitzschnell diagnostiziert wurde. Bedenklich stimmt mich nur, dass dann sofort eine Thoraxdrainage gelegt werden soll. Dies ist nicht immer indiziert und die sonographische Diagnostik sollte nicht dazuführen, die Indikationsfelder  von Interventionen zu vernachlässigen.

In diesem Zusammenhang habe ich heute auf meinem Tisch einen phantastischen Artikel von Raoul Breitkreutz aus Frankfurt mit Freude entdeckt, der dieses Verfahren in zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen und mit viel Engagement “hoffähig” gemacht hat. Weiterlesen

Ankündigung: “Leben im Schichtdienst?” – Die DGINA-Umfrage und Fortbildung zur Arbeit in Notfall- und Intensivmedizin

Eine Frage die sich die meisten Assistenz- und Oberärzte in der Notfall- (und auch Intensivmedizin) wohl schon einmal gestellt haben dürften, da diese Bereiche wie keine anderen von einer 24/7-Versorgung abhängig sind. Die vermeintliche Unvereinbarkeit von langfristiger Schichtarbeit und fehlenden Exit-Möglichkeiten ist ein Thema, welches von berufspolitischen Gegnern des Öfteren als Gegenargumente gegen einen Facharzt für Notfallmedizin angeführt werden.
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Die YED (Young Emergency Doctors)-Sektion der DGINA möchte sich mit diesem Thema in Zukunft in zweifacher Weise konstruktiv auseinandersetzen,
  1.  mit einer Umfrage zu Wünschen und Bedürfnissen der im Schichtdienst arbeitenden Kollegen
  2.  mit einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung zum Thema Schichtarbeit und Dienstplangestaltung.

Fancy ECG – Hätten Sie es gewusst?

Time is limited. Leider habe ich dies die letzten Tage mal wieder am eigenen Leib gespürt. Die Organisation des Adventssymposiums (zu dem ALLE Interessierten Ärzte, Pflegenden, MFAs, Rettungsassistenten, Studenten etc.) eingeladen sind, wirft einen langen Schatten. Dank der überdurchschnittlichen Leistungsbereitschaft der Organisatoren, werden wir dies auch dieses Jahr stemmen können.

Also: Am kommenden Freitag und Samstag ist es soweit. Es gibt auch Eintrittstickets vor Ort! Nun aber doch wieder ein fachliches Thema. Ein 12-Kanal EKG, welches mir heute über den Weg “gelaufen” ist. Weiterlesen

Spannende Diskussion – Hat ein “Stiff neck” mehr Schaden als Nutzen

So als passionierter, internistisch vorgebildeter Notfallmediziner beschäftigt man sich mit dem Stellenwert mancher chirurgischer Techniken nur wenig. Um so mehr war ich überrascht, eine eMail von Kollegen Kulla aus Ulm zu erhalten, in der u.a. eine wissenschaftliche Publikation enthalten war, deren Aussage ist, dass das Anlegen eines Stiff Neck mehr Schaden anrichtet als es nutzt.

Absoluter Blödsinn?

Nun, es gibt Übersichtsarbeiten, die den Stellenwert eines Stiff Neck durchaus als positiv bewerten und diverse andere Empfehlungen aussprechen. Hier die Originalzitate aus dieser Arbeit:

Question 1. What is the optimal type and duration of prehospital spinal immobilization in patients with acute SCI?

Immobilization of patients with SCI during the prehospital setting should include a cervical collar, head immobilization, and a spinal board. Patients should be transferred off the hardboard on admission to a facility as soon as is feasible to minimize time on the hardboard. If patients are awaiting transfer to another institution, they should be taken off the hardboard while awaiting transfer.

Padded boards or inflatable bean bag boards should be utilized to reduce pressure on the occiput and sacrum. These recommendations are intended for adults and children over the age of 12 years

Question 2. During airway manipulation in the prehospital setting, what is the ideal method of spinal immobilization?

Airway management of acute SCI patients requiring intubation in the pre-hospital setting should include the use of manual in-line cervical spine traction. Intubation of patients with acute SCI in the pre-hospital setting should not rely solely on cervical collar neck immobilization. Indirect methods of intubation may cause less cervical movement than with direct laryngoscopy with a Miller blade.

Question 3. What is the impact of pre-hospital transport time to definitive care on the outcomes of patients with acute SCI?

Transport of patients with acute traumatic SCI to the definitive hospital center for care should occur within 24 h of injury.

Question 4. What is the role for pre-hospital care providers in cervical spine clearance and immobilization?

Emergency medical personnel in the pre-hospital setting can be trained to apply criteria to clear patients of cervical spinal injuries and immobilize patients suspected of having a cervical spinal injury. The implementation of this recommendation will likely be impacted by regional variations in law and health policy.

Andere Arbeiten (und gleichzeitig Empfehlung einer Expertengruppe) kommen zu einem anderen Ergebnis: Die Immobilisation der HWS sollte nur bei Vorhandensein eines fokal neurologischen Defizits erwogen werden. Von einer routinemäßigen Stabilisierung sollte abgesehen werden – wegen der damit verbundenen Nachteile.

In einer kritischen Arbeit in Curr Opin Crit Care aus 2002 wird der Stellenwert der HWS-Immobilisierung ebenfalls sehr zurückhaltend diskutiert.

Nun, dieses Thema hat unter einigen Freaks, welche diese eMail erhalten haben eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Ich erlaube mir, die eMail von Kollegen Bernhard aus Leipzig, der bei der S3 Leitlinie Polytrauma mitgewirkt hat, in Auszügen zu zitieren:

Herr Kulla hat hier eine sehr wichtige Frage gestellt: Bringt die prähospitale HWS-Immobilisation etwas, birgt diese ggf. Risiken/Komplikationen und kann man bei einer bestimmten Patientengruppe nicht darauf verzichten. Wir wissen aus der Literatur, dass die HWS- und Ganzkörperimmobilisation relevante Auswirkungen auf den Patientencomfort, die respiratorische Funktion und die Haut hat. Teilweise dauert es eben doch etwas länger bis der Patient innerklinisch abgeklärt ist und schon haben sich Druckstellen entwickelt. Darüber hinaus besteht eine nicht unerhebliche Problematik im Rahmen der Atemwegssicherung, hier heißt es ja nicht umsonst, „kann der Anwender problemlos intubieren, saß der Stiffneck nicht richtig“ (daher auch die MILS als Empfehlung in der S3 LL Polytrauma). Wir haben die NICE und die NEXUS-Kriterien um zu evaluieren bei welchen Patienten wir auf eine HWS-Immobilisation bzw. auf eine  bildgebenden Abklärung verzichten können.

Ich möchte aktuell dies aber kritisch folgendermaßen diskutieren:  Wenn man einen etablierten Standard entfernt bzw. ein gelebtes Procedere mit einem „schwierigen“ Entscheidungsalgorithmus unterlegt, so werden einige Patienten profitieren, andere werden aber nicht profitieren und ggf. Schaden erleiden.

…… Die Amerikaner diskutieren diesen Punkt ja nicht weniger kritisch als wir. Ich denke wir müssten uns hiermit beschäftigen, dann aber ein einfaches und rasch umsetzbares Konzept mit höchstmöglicher Sicherheit vorschlagen, ansonsten  läuft man Gefahr eingetretene Wege für Traumapatienten unsicher zu gestalten.

 

Clinician´s Update: Akute Blutung unter Dabigatran

Wir haben uns ja bereits öfters mit dieser Thematik beschäftigt. Wie kann ich einen Patienten, der unter Dabigatran Therapie blutet, optimal versorgen.

Hierzu möchte ich auf einen aktuell erschienenen Artikel in Circulation verweisen (Kategorie Clinician´s Update). Wer diese Serie in Circulation kennt, weiss, dass zunächst ein Fall vorgestellt wird und anschließend der Fall theoretisch aufgearbeitet wird. Weiterlesen

Update – Akzidentielle Hypothermie

Guten Morgen! Heut ist ein typischer Novembertag und es wird zunehmend kälter. Der Winter steht vor der Tür.

Dazu passend ein Übersichtsartikel aus dem NEJM, in dem das Thema “Akzidentielle Hypothermie” besprochen wird. Es gibt letztendlich zwei Formen der Hypothermie, die primäre (z.B. Unglück in der Kälte oder Betrunkener bleibt auf Strasse liegen und unterkühlt sich) und natürlich auch sekundäre Formen (z.B. OP im Krankenhaus, Gabe von kühlen Infusionslösungen etc.). Weiterlesen

Top-Notfallmedizinartikel 2012

Das Jahr neigt sich dem Ende und ein paar hoffentlich ruhigere Tage im Advent und um Weihnachten herum stehen an (wer´s glaubt…). Zeit ein paar Dinge Revue passieren zu lassen, gerne darf auch etwas Fachliches dabei sein.

Wir möchten von Ihnen wissen, welches ihre Top 10 Notfallmedizin-Artikel (müssen keine 10 sein, gerne aber maximal 10) in 2012 sind. Kriterien für Wählbarkeit sind lediglich

  • Ersterscheinung in einem medizinischen Journal im Jahre 2012
  • Hohe notfallmedizinische Relevanz
  • Thematische Untergruppe egal

Wir sind gespannt und werden das Ergebnis sicher hier diskutieren…

Online Fortbildung Emergency Medicine

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich wurde auf die Möglichkeit von zertifizierten Online-Fortbildungskursen verwiesen. Schaut sehr informativ und professionell aus. Würde mich freuen, gelegentlich Rückmeldungen zu erhalten.

Und hier der Link: http://www.emedhome.com/

Notfall- und Akutmedizin für Berufseinsteiger – Erster Kurs ausgebucht!

Das grosse Interesse vieler Berufsanfänger an klinischer Notfallmedizin hat die Assistentensektion der DGINA dazu gebracht die seit mehreren Jahren stattfindenden Summer und Winter Schools für Assistenzärzte um ein weiteres Format zu erweitern. Zugeschnitten auf Assistenten in den ersten zwei Berufsjahren und v.a. auch auf Studenten in den letzten klinischen Semestern haben wir eine Hands-On Programm erstellt, welches bereits jetzt, drei Monate vor Beginn ausgebucht ist.

Wir freuen uns auf ein Treffen in Stuttgart, mal sehen, vielleicht gibt es ja schon bald eine Wiederholung…?

Programm Berufseinsteiger Fortbildung Stuttgart