Striptease – Something wrong with your patient?

Gestern haben wir uns getroffen und finalisiert geplant, am 6. November um 16:00h bei uns am Klinikum Nürnberg wieder ein EKG-Seminar interaktiv anzubieten (“Emergency Cardiography”). Von Martin Fandler wurde ich auf einen interessanten Blog aufmerksam gemacht: STRIPTEASE

Der Name klingt etwas schlüpfrig, aber genial gemacht. Ein kurzes klinisches Bild wird beschrieben und Sie haben für 15 sek die Möglichkeit, einen Rhythmusstreifen dieses Patienten zu sehen. Anschließend müssen Sie sich festlegen.

Meinen ersten Fall konnte ich lösen … mal schauen, was die weiteren Beispiele so bei mir auslösen. Ich finde diese Beispielsammlung sehr geeignet, um sich auf diverse Situationen vorzubereiten. Und diese Beispiele machen wirklich viel Spass!!

Fancy ECG – Hätten Sie es gewusst?

Time is limited. Leider habe ich dies die letzten Tage mal wieder am eigenen Leib gespürt. Die Organisation des Adventssymposiums (zu dem ALLE Interessierten Ärzte, Pflegenden, MFAs, Rettungsassistenten, Studenten etc.) eingeladen sind, wirft einen langen Schatten. Dank der überdurchschnittlichen Leistungsbereitschaft der Organisatoren, werden wir dies auch dieses Jahr stemmen können.

Also: Am kommenden Freitag und Samstag ist es soweit. Es gibt auch Eintrittstickets vor Ort! Nun aber doch wieder ein fachliches Thema. Ein 12-Kanal EKG, welches mir heute über den Weg “gelaufen” ist. Weiterlesen

Low-risk Chest Pain – Fortsetzung

Zunächst einmal Frage 1:

Es gibt KEINEN Hinweis für eine erhöhte Mortalität bei Patienten ohne Zeichen kardialer Dekompensation (die wir in der Konstellation sicher nicht entlassen), wenn diese nach Hause gehen (siehe Pope et al. Missed diagnoses of acute cardiac ischemia in the emergency department. N Engl J Med. 2000 Apr 20;342(16):113-70)

Ältere Studien die höheres Risiko suggerieren sind aus der Vor-hs-Trop Ära (d.h. damalige instablie AP´s wären nach heutigem Wissen NSTEMIs).

Zu Frage 2: Leider eignet sich ein Belastungs-EKG nicht um das bereits zuvor verschwindend geringe Risiko eines akuten Events weiter zu senken. Auch die Einschätzung einer Notwendigkeit einer PCI gelingt nicht ( Arch Intern Med. 2012 Jun 11;172(11):873-7), bei den durchgeführten invasiven Ansätzen zeigten sich zum Teil sogar höhere Moralitäten ( Cochrane Database Syst Rev. 2010 Mar 17;(3):CD004815).

Und nun? Es gibt an sich keine Gründe dafür diese Patientengruppe aufzunehmen und auch keine dafür statt einer Überwachung ein ambulantes Belastungs-EKG anzuordnen…

Zur letzten Frage: Die Umgangsweise mit Risiko bleibt kontrovers…

Wie sehen Sie dies?

Fancy EKG – Die Patientin mit akuter Atemnot

Danke für die exzellente Rückmeldung zu unserer Rubrik  ”Fancy EKG”. Die EKG-Rätsel werden offensichtlich sehr gerne angeschaut. Und sie sind auch spannend. So auch folgender Fall:

Vorstellung einer 79 jährigen Patientin mit akuter Atemnot und Husten in der Notaufnahme. In der Vorgeschichte sind folgende Aspekte erwähnenswert: Diabetes mellitus Typ II, paroxysmales Vorhofflimmern, Z.n. Bauch-Op bei Sigmadiverticulitis vor 4 Jahren. Bekannte art. Hypertonie und bekannte Niereninsuffizienz (offensichtlich hypertensiv bedingt)

Vitalparameter bei Vorstellung:

Atemfrequenz: 28/min; O2-Sätt. 90%, HF 91/min, BD 145/80 mmHg,

GCS 15, Temp. 37.5 °C

Bei der Aufnahme wird folgendes EKG geschrieben (ich bitte die schlechte Qualität zu entschuldigen, kann im Hektik passieren; Schreibgeschwindigkeit 25mm/sec; HF 64/min), zu dem ich folgende Fragen habe:

  1. Beschreiben Sie kurz das 12-Kanal EKG
  2. Welche Arbeitshypothesen leiten Sie aus der Beschwerdesymptomatik und dem EKG ab
  3. Möchten Sie weitere Untersuchungen durchführen? Welche?
  4. Was wäre das weitere Procedere?

 

 

 

 

Fancy EKG – Der junge Patient mit “Chest Pain”

Asche auf mein Haupt. Ich wurde schon mehrfach in der Klinik angesprochen, um endlich die Lösung eines früheren EKG-Beispiels zu geben. Ich hatte das EKG eines Patienten mit Unwohlsein präsentiert. Der Patient hatte eine bekannte Vorgeschichte einer KHK mit Z.n. Infarkt. Rein von der Vortestwahrscheinlichkeit müssen Sie in mehr als 95% der Fälle von einer ventrikulären Tachykardie ausgehen. Und es war auch eine VT.

Da der Patient hämodynamisch wackelig war (“kryptischer Schock”) haben wir uns für eine prozedurale Kurznarkose mit Etomidate entschieden und erfolgreich kardiovertiert. Anschließend wurde der Patient weiterhin im EKG monitorisiert und die Indikation zu einem AICD gestellt.
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Notfallmedizin-Links: Dr- Smith´s ECG Blog

In der Rubrik Linktip beginne ich eine kleine Reise durch die von mir bevorzugten Web-Ressourcen der Notfallmedizin. Ich focussiere mich im Wesentlichen auf Inhalte der Klinischen Notfallmedizin, aber auch Freunde der Präklinik werden den einen oder anderen interessanten Link finden. Im Gegenzug zu der Linkserie auf meiner vorherigen Website www.nofame4u.de möchte ich die gewählten Links jeweils mit einem dort präsentierten inhaltlichen Beitrag verknüpfen.

Im gegenwärtigen Algorithmus zahlreicher Notaufnahmen zum ACS werden die Patienten, die mehrmalige negative hsTroponin-Werte zeigen oft stiefmütterlich behandelt. In den Zeiten vor hsTrop stürzten sich alle auf die STEMIs, heute focussieren wir uns auf die NSTEMIs, was aber ist mit den Anderen, die derzeit unter instabile AP verbucht werden?

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Reduzierung der Sterblichkeit bei STEMI

Sehr interesaant finde ich eine aktuelle Studie, die in JAMA publiziert wurde.

Die Autoren gehen der Sache nach, wie es bei Patienten mit STEMI zu einem Rückgang der Sterblichkeit gekommen ist: Die Perfektion der Reperfusiontherapie scheint hier eine große Rolle zu spielen. Weiterlesen

Fancy EKG – Patient mit Unwohlsein

Es stellte sich ein 80 jähriger Patient in der Notaufnahme vor, nachdem er schlecht geschlafen habe. Ihm sei seit dem Zubettgehen “schlecht” und “unwohl”. Ansonsten keinerleit Beschwerden, er komme nicht so richtig in die Höhe.

Bei der Vorstellung in der Notaufnahme zeigen sich folgende Vitalparameter:
AF 24/min
HF 142/min
RR 95/70mmHg
Temp. 36.3 Grad
Sättigung unter Raumluft 96%

Der Patient ist wach, ansprechbar, orientiert. In der fokussierten Untersuchung Cor/Pulmo/Abd unauffällig (außer der Tachykardie), Extremitäten warm, keine Diaphorese.

Vorgeschichte:
Bypassoperation nach Infarkt Ende der 1990er Jahre, z.n. SM-Implantation bei Sick-Sinus-Syndrom 2006 (DDD). vorbekanntes kleinzelliges Bronchial-CA, frgl. KM-Unverträglichkeit

Dann wird Ihnen folgendes EKG vorgelegt:

Und hier Ihre Aufgaben:
Bitte beschreiben Sie das EKG
Wie interpretieren Sie es ihm Kontext
Leiten Sie therapeutische Schritte ein?
Nennen Sie ihre Vorgehensweise

Fancy EKG (Lösung) – Der Patient mit Synkope

Nun, vor kurzem hatte ich Ihnen ein wunderliches EKG im Blog gezeigt. Dieser Post hatte große Zugriffszahlen und natürlich auch ein paar Kommentierungen. Die Lösung lautet …..


Das EKG war verpolt! Nach dem erneuten Schreiben des EKGs zeigt sich folgender Befund:

Irgendwie wirkt dieses EKG unaufgeregt und normal. Die Arbeitsdiagnose einer Reflexsynkope wurde gestellt, und der Patient ambulant weiterbetreut. Welche Folgen doch so ein verpoltes EKG nach sich ziehen kann!

Zusammenfassend ist es extrem wichtig, bei “komischen EKGs” auch nochmals auf die richtige Anlage zu achten! Die Interpretation des EKGs hat den Diensthabenden einiges Kopfzerbrechen bereitet. Deshalb: Schreiben Sie das EKG nochmals und achten Sie auf die korrekte Anlage der Elektroden!

Danke für´s mitmachen! Hat Spass gemacht und ich hoffe, demnächst wieder spannende Sachen präsentieren zu können.