Die Wissenschaft rettet die Nacht! Bald in Ihrer Notaufnahme?

Nature Nanotechnology berichtet über die Injektion von Enzymkomplexen, die Alkohol schneller abbauen.
Funktioniert schon bei Mäusen.
Wenn das mal keine Perspektive für die Notaufnahme ist. Eine Injektion und der Alkohol wird abgebaut…
Am besten schon präklinisch, das wäre doch eine tolle Erleichterung für die Nachtschichten am Wochenende.
Es könnte allerdings passieren, daß die besonders treue Kundschaft dann nicht einmal, sondern gleich mehrmals pro Nacht kommt…..

7. EuSEM meeting in Antalya – Toxikologie

Lars Lomberg hat ja schon ganz kurz über seine Teilnahme an einer Session über Intoxikationen berichtet. Ich war heute in einer Session, in der die häufig genutzten Intoxikationen mit “Life Style Drugs” diskutiert wurden.

Kollege F. Eyer vom Tox-Zentrum München hat einen hervorragenden Vortrag über die Therapie des Delirium tremens bei Alkoholentzug gemacht. Zum einen ist er kurz auf die “Alkohol Withdrawal Scale” eingegangen. In Abhängigkeit von der erhaltenen Punktzahl wird ein differenziertes Vorgehen abgeleitet. Dies bedeutet ambulante Therapie mit Benzos bis zu einer abgestuften und differenzierten Therapie, welche stationär erfolgen muss. Sehr plastisch waren für mich seine Ausführungen zu den verschiedenen Wirkungen von Alkohol und daraus abgeleitet die verschiedenen Therapeutika die eingesetzt werden.

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Ältere Patienten in der Notaufnahme …

Das Thema mit den älteren Patienten in der Notaufnahme lässt mich nicht los. Es scheint mir sehr wichtig, da uns diesbezüglich in unserer Ausbildung (und auch Weiterbildung bzw. Fortbildung) nur wenig Nützliches mitgegeben wurde und wird.

Diesem wichtigen Thema widmete sich nun das British Medical Journal in einer exzellenten Serie (Zugriff aus dem Intranet unserer Klinik möglich, Alternativen gibt es auch). Bitte lassen Sie sich von den Gedanken der Autoren mitnehmen, wirklich spannend und interessant zu lesen:

.Alkohol und Medikamentenabusus von Älteren
.Erfassung der kognitiven Einschränkung von älteren Patienten
.Evaluierung von Sturzgefährdung
.Funktionelles Assessment von älteren Patienten
.Wie kann man die Personen unterstützen, die sich um ältere Patienten kümmern?

Sie merken, diese Thematik ist sehr vielschichtig. Erschütternd ist die eingeschränkte Versorgungsqualität von älteren Patienten in der Klinik (in Deutschland wollen wir dies lieber gar nicht messen oder uns darauf einlassen). Nachdenkenswert ist, dass ältere Patienten mehr Unterstützung in sozialer Hinsicht benötigen würden und gar nicht so auf die von uns innig geliebte medizinische Technik stehen. Sehr gut beschrieben ist dies in dem Artikel von O’Dowd et al, BMJ 2011. Tatsächlich hatte ich auf der Postersession der DGIM ein interessantes Poster gesehen, in dem als wichtiges Ergebnis einer Befragung von älteren Patienten war, dass sie vor allem ihre Autonomität erhalten möchten. Klingt irgendwie logisch …. wir urteilen aber häufig mit anderem Maß … (=aus Sicht unserer rosaroten Brille!).

Das Ergebnis, dass geriatrisches Assessment zu einer besseren Patientenversorgung führt, dürfte auch auf das intensivere Beschäftigen mit den älteren Patienten und deren Sorgen zu tun haben.

Vielleicht lässt sich durch intensiveres Eintauchen in diese Thematik auch mehr Verständnis und damit auch Empathie für die betroffenen Patienten älterer Jahrgänge erzielen. Zumindest sollten wir dieses Ziel erreicht haben, wenn wir selbst zu diese Personengruppe gehören …..