Wann ein 12-Kanal EKG <10min nach Vorstellung in der ZNA?

Die Leitlinien der deutschen und auch europäischen kardiologischen Gesellschaften schlagen vor, dass Patienten mit Risiko für einen ST-Elevationsinfarkt innerhalb von 10min nach Eintreffen in einer Notaufnahme ein 12-Kanal EKG bekommen. Aber wer sind nun diese Patienten?

Üblicherweise wird vorgeschlagen, dass Patienten mit “Chest Pain”  innerhalb von 10 min das angeforderte EKG erhalten. Gleichzeitig wissen wir, dass bis zu 40% der Patienten mit Infarkt keine Thoraxschmerzen haben. Zusammenfassend möchten wir als ein Entscheidungskriterium bei der Triage in der Notaufnahme, wer das EKG nun tatsächlich sofort erhalten soll. Kennen Sie eine Lösung? Weiterlesen

Fancy ECG – Hätten Sie es gewusst?

Time is limited. Leider habe ich dies die letzten Tage mal wieder am eigenen Leib gespürt. Die Organisation des Adventssymposiums (zu dem ALLE Interessierten Ärzte, Pflegenden, MFAs, Rettungsassistenten, Studenten etc.) eingeladen sind, wirft einen langen Schatten. Dank der überdurchschnittlichen Leistungsbereitschaft der Organisatoren, werden wir dies auch dieses Jahr stemmen können.

Also: Am kommenden Freitag und Samstag ist es soweit. Es gibt auch Eintrittstickets vor Ort! Nun aber doch wieder ein fachliches Thema. Ein 12-Kanal EKG, welches mir heute über den Weg “gelaufen” ist. Weiterlesen

Fancy EKG – Tipps für den Praktiker

Das 12-Kanal EKG ist eines der häufigsten eingesetzten und klinisch wichtigsten technischen Untersuchungen in der Notfallmedizin. Immer wieder beobachte ich, dass die EKG Elektroden fehlerhaft angelegt werrden, oder dass, übrigens von Notfallmedizinern aus den USA entwickelt, notwendige zusätzliche Ableitungen leider nicht geschrieben werden. Die folgenden Beschreibungen mögen etwas einfach klingen, sind aber sehr wichtig und werden häufig in der klinischen Praxis leider nicht berücksichtigt.

Zunächst nochmals eine kurze Wiederholung zum Anlegen:
1) Die Extremitätenableitungen werden nach Beschriftung angelegt (rot auf re Unterarm, gelb auf linken Unterarm, grün auf den Unterschenkel, und schwarz – die Masse – auf den rechten Unterschenkel. Auf adäquaten Kontakt mit der Haut ist zu achten, da nur so verlässlich die Spannungen gemessen werden können.

Selbstverstândlich können die Extremitätenableitungen auch rumpfnah abgeleitet werden (z.B. beim Belastungs-EKG, man muss nur wissen, dass das nahe Anbringen am Rumpf wegen Veränderungen des elektrischen Feldes zu anderen Messungen führen kann und damit Vergleiche mit anderen EKGs häufig nicht möglich sind. Also, Extmitätenableitungen eigentlich idealerweise immer an den Extremitâten ableiten.

Die aus diesen Ableitungen erhaltene Info wird in den Ableitungen I, II, IIi und den augmentierten Ableitungen aVR, avL und aVF ausgegeben. Diese ergeben in der Frontalebene die Mòglichkeit den Hauptvektor von der Vorhoferregung, Ventrikelerregung und ventrikulären Repolarisation (T-Welle) zu bestimmen.

2) Die Brustwandableitungen V1 bis V6 werden Rechts- und linksparasternal am 4. ICR angebracht (V1-2), V4 im 5.ICR in der Medioklavikularlinie und V6 im 5. ICR in der mittleren Axillarlinie. Aus diesen Vektoren kann die Torsion des Herzens (R/S Übergang) bestimmt werden.

Voraussetzung des korrekten Interpretierens ist das korrekte Anbringen der Elektroden: Viele zählen die ICR Räume anhand einer fehlerbehafteten Methode (Beginn an der (Klavikula). Viel einfacher ist es, den Winkel zwischen Manubrium sterni und Korpus sterni zu tasten, hier setzt die 2.Rippe an, und darunter it der 2.ICR. Dann kann man normal weiterzählen. Tipp für die Praxis: beim Mann liegen die Mamillen meist auf Höhe des 4. ICR.

Nun geht es an die Verfeinerung:
Bei V.a. Akutes Koronarsyndrom und unklarem EKG sollte man UNBEDINGT auch die Ableitung V7-9 ( geht im 5. ICR zum Rücken weiter, und die Rechtsventrikulären Ableitungen (gleiche Ableitungen wie linksventrikulär, nur gespiegelt aufgebracht) ableiten. Notfallmediziner konnten zeigen, dass damit auch ansonsten nicht erkannte Koronarverschlüsse identifziert werden konnten.

Auch nochmals zur Wiederholung: Schauen Sie die Ableitung aVR an, eine ST- Segment Erhöhung in aVR weist auf eine schwere koronare DreiGefässerkrankung oder eine Ischämie bei Hauptstammstenose hin!

Und dann noch was für Freaks:
Bei Emphysempatienten kann man alle Bruteandableitungen einen ICR tiefer anlegen, dies bezeichnet man dann als V1L bis V6L (für low),

bei schwer Adipösen Patienten mit Verlagerung des Herzens nach oben, kann man das EKG auch einen ICR höher anlegen. Dies bezeichnet man dann als V1H – V6H für High.

Und wenn man die atriale Erregung herausarbeiten muss, legt man die Lewis Ableitungen an. Dazu gab es ja schon eine Erklärung in unserem Blog. Übrigens ist dies auch mit den MonitorEKGs im .rettungsdienst möglich. Nur Mut beim Ausprobieren!

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