Quality Reloaded … Wie können wir weiter vorankommen

Vor kurzem haben wir eine mögliche Verbesserung der Patientenversorgung während der Frühbesprechung in unserem Team diskutiert. Zwei Dinge sind mir dabei durch den Kopf gegangen: 1) Weshalb werden diese Aspekte immer aktiv von mir oder den Oberärzten angesprochen und eingefordert ? 2) Weshalb wird in diesen Diskussion immer in den Raum gestellt “… man könnte doch dies so oder so machen ….” und dieses “man” bleibt prinzipiell bei den Oberärzten oder mir hängen. Offensichtlich fällt es unserem (und vielleicht vielen anderen) Systemen sehr schwer, aus dem bisherigen beschaulichen Weg zu kommen und ein optimales Arbeitsumfeld aktiv durch jedes Teammitglied zu gestalten. Dann lese ich das aktuelle NEJM ….  Weiterlesen

Traumatische Amputation der oberen Extremität – Klinischer Review

Hallo. Es ist tatsächlich schon März. Die Arbeitslast der letzten Wochen (ich weiss nicht, woher plötzlich so viele Patienten in unserer Notaufnahme kommen) hat zu einer Schreibblockade geführt. Nachdem ich u.a. aus Leipzig nachgefragt wurde (Dank an Kollegen Bernhard!), jetzt der Relaunch.

Habe einen spannenden Übersichtsartikel im BMJ vom 15. Februar über traumatische Amputation der oberen Extremität gelesen. Hauptbotschaft: Die primäre Versorgung entsprechend Verletzter erfolgt durch “Nichtspezialisten”. Dies müssen …. Weiterlesen

Life-or-limb-saving-procedures: Spektakuläre Lebensrettung mit präklinischer Thorakotomie

Erst vor kurzem veröffentlichte ich den ersten Blogpost in der “Worst-Case”-Reihe, eine Zusammenfassung der Informationen zur Reanimation von schwangeren Patientinnen und der Option Notfallkaiserschnitt (Don’t Cut the Baby). Als kleinen Vorgeschmack auf den nächsten Beitrag in der Worst-Case-Reihe möchte ich Sie auf einen spektakulären Fallbericht aus meiner Heimatstadt Graz (Ö) hinweisen: Puchwein et al beschreiben die erfolgreiche, lebensrettende präklinische Thorakotomie bei einem 17jährigen Patienten mit multiplen Messerstichverletzungen (Puchwein et.al. Unfallchirurg). Lesenswert!

Gleichzeitig bestärkt dies meiner Meinung nach die Argumentation, dass Notfallmediziner in der Klinik und Rettungsmediziner in der Präklinik auf derartige Worst-Case-Situationen vorbereitet sein müssen. Auch wenn es kaum möglich ist, alle relevanten Worst-Case-Szenarien perfekt zu simulieren oder vorab mehrfach unter Anleitung zu bewältigen, müssen die mentalen Checklisten bereitliegen. Wenn so etwas tatsächlich passiert, ist meist nicht mehr viel Zeit, darüber nachzudenken – es muss sofort gehandelt werden. Auch wenn der Patient wie so oft um 5:00 Früh ankommt und die Assistenzärztin im ersten Jahr in der Notaufnahme alleine Dienst schiebt…

 

1. SimCup Notfallmedizin – Premiere am DGINA-Kongress in Hamburg

1. Sim-Cup Notfallmedizin – 9. November 2013 in Hamburg

Nun geht es auf die Zielgerade: die Vorbereitungen für den “1. Sim-Cup Notfallmedizin” laufen auf Hochtouren. Vier Teams stellen sich bei der DGINA-Jahrestagung in Hamburg der Herausforderung und simulieren öffentlich die Versorgung kritischer Notfallpatienten (http://www.dgina-kongress.de/1-sim-cup-notfallmedizin/).
Die Organisatoren der Session bekamen vom Kongresspräsidium größte Freiheiten und einen enormen Vertrauensvorschuss, um das Ziel hinter dem Sim-Cup zu erreichen: die Qualität transdisziplinärer Notfallmedizin in kritischen Situationen sichtbar zu machen und zu illustrieren, welchen Wert Simulationstraining für die Weiterbildung und die Team-Performance haben kann.

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Student’s Corner: Schädel-Hirn-Trauma oder: Kopfnuss mit Folgen

Ich darf mich nun auch zum erlauchten Kreis der Autoren im DGINA-Blog zählen, danke herzlich für das Vertrauen und veröffentliche gleich mal einen Beitrag, der nicht von mir stammt. Einer der besonders engagierten Kollegen der DGINA Young Emergency Doctors (YED), Philipp Gotthardt, hat sich die Mühe gemacht die aktuellen Richtlinien und pathophysiologischen Hintergründe zur Versorgung von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma übersichtlich zusammenzufassen:

Kopfnuss mit Folgen
Pathophysio und Basics zum Schädel-Hirn-Trauma

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Umgang mit Aggression – Betrunkene

Am letzten Freitag bin ich kurz auf die medikamentöse Therapie und die Fixierung von Patienten mit aggressivem Verhalten eingegangen.

Es sollte jedem klar sein, dass aggressives Verhalten multifaktoriell ist und neben eigener Persönlichkeit, evtl. psychoaktiven Substanzen (Alkohol, Drogen etc.) auch wir als medizinische Helfer Aggression auslösen können.

Aus diesem Grund wird empfohlen deeskalierende Techniken zu verwenden, um einen Raptus des Betroffenen zu vermeiden. Hierzu gehören non-verbale Techniken (Abstand halten, von bestimmter Seite an den Patienten herantreten, Einbinden in Entscheidungsprozesse etc.) aber auch verbale Techniken.

Einen kurzen Artikel habe ich Ihnen hier eingestellt. Es gibt dazu sicherlich viel viel mehr. Ideal wäre, mit einem in diesen Aspekten erfahrenen Trainer zu sprechen. Vielleicht gibt es ja bei Ihnen diese Möglichkeit. Bitte teilen Sie mir noch andere aus Ihrer Sicht interessante Artikel mit.

Respiratorische Insuffizienz: Pneumothorax – Was nun?

Haben Sie im Rahmen Ihrer studentischen Ausbildung eine klar strukturierte Einleitung erhalten, wie Sie mit einem Pneumothorax umgehen sollten? Haben Sie schon notfallsonographische Techniken erlernt, um einen Pneumothorax auszuschließen?

Oder ist es Ihnen auch passiert, dass der Chirurg ein anderes Vorgehen hat wie der Kollege aus einem konservativen Fach? Was nun? Weiterlesen

Tranexamsäure – Schon überall implementiert?

In einem interessanten Artikel hinterfragt ein internationales Autorenteam, weshalb Tranexamsäure noch nicht umfassend für die Versorgung von Trauma-Patienten vorgehalten wird. Offensichtlich ist in der Britischen Armee sowie zwischenzeitlich auch im gesamten NHS die generisch verfügbare Substanz Tranexamsäure zur Behandlung von Traumapatienten eingesetzt. Tranexamsäure wurde in der mit öffentlichen Geldern geförderten CRASH-2 Studie wie folgt eingesetzt: 1g als Kurzinfusion über 10min, dann weitere 1g über 8 Stunden. Dadurch konnte die Sterblichkeit signifikant gesenkt werden! Weiterlesen