Hemikraniektomie bei ischämischem Schlaganfall

Ein schwerer Schlaganfall bei Verschluß der A. cerebri med. führt zu schweren neurologischen Einschränkungen und ist mit einem hohen Sterblichkeitsrisiko durch die sekundäre Hirnschwellung assoziiert. Welche therapeutischen Optionen stehen zur Verfügung? Weiterlesen

Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel ….

An dieser Stelle kein großer Beitrag, sondern nur eine kurze Erinnerung, dass es auch für den notfall- und intensivmedizinischen Versierten  ein Leben außerhalb der Akutmedizin geben sollte. Oft nicht nur ein “Problem” unserer “jungen Wilden”, sondern auch des gesetzten Establishments. Wie lautete neulich in der Frühbesprechung das Zitat eines geschätzten Kollegen: “Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.” … (hier gehts weiter) Weiterlesen

Macht Intensivmedizin (oder auch Notfallmedizin) dement?

Sprache ist eine bedeutsame Waffe, und natürlich auch die Kommunikation. Als ich die Überschrift gelesen habe, habe ich im ersten Augenblick gedacht, ob man als Intensiv-/Notfallmediziner dement wird … man hinterfragt ja mal gerne … :-)

Nun, das Thema lautet aber doch etwas anders: Patienten, die kritisch krank sind und eine intensivmedizinische Betreuung benötigten, zeigen auch Monate bzw. Jahre nach dem Intensivaufenthalt eine relevante Einschränkung der kognitiven Funktionen. Und diese entsprechen den Einschränkungen einer milden Demenz.  Vor allem Betroffen sind Patienten, die während der Betreuung ein Delir aufwiesen. Weiterlesen

Optimierung der Schlaganfallversorgung – Reduzierung der Door-to-needle time

Zu einem früheren Zeitpunkt haben wir in diesem Blog diskutiert, dass der Stellenwert einer systemischen Thrombolyse bei ischämischen Schlaganfall durchaus kritisch hinterfragt werden kann.  Dies wurde u.a. auch vor kurzem im BMJ sehr kontrovers diskutiert. Nur wenige der zahlreichen Studien zur Thrombolyse bei akutem ischämischen Schlaganfall zeigen eine signifikante Verbesserung des Endpunkts „guter neurologischer Endpunkt“. Die Autoren von Leitlinien weisen eine enge (finanzielle) Beziehung zum Hersteller von Fibrinolytika auf. Deshalb wird kritisch eine durch Industrienähe beeinflusste Leitlinienerstellung in den Raum gestellt. Weiterlesen

Student’s Corner: Schädel-Hirn-Trauma oder: Kopfnuss mit Folgen

Ich darf mich nun auch zum erlauchten Kreis der Autoren im DGINA-Blog zählen, danke herzlich für das Vertrauen und veröffentliche gleich mal einen Beitrag, der nicht von mir stammt. Einer der besonders engagierten Kollegen der DGINA Young Emergency Doctors (YED), Philipp Gotthardt, hat sich die Mühe gemacht die aktuellen Richtlinien und pathophysiologischen Hintergründe zur Versorgung von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma übersichtlich zusammenzufassen:

Kopfnuss mit Folgen
Pathophysio und Basics zum Schädel-Hirn-Trauma

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Start Thinking: Kann man Leitlinien vertrauen?

Das British Medical Journal greift in einer der letzten Ausgaben eine ganz große Nummer auf: Es wird die Wertigkeit und Güte von medizinischen Leitlinien äußerst kritisch hinterfragt:

In Deutschland groß propagiert: Schlaganfallnetzwerke schießen aus dem Boden, die Thrombolyse wird von Fachgesellschaften propagiert: Im Deutschen Ärzteblatt wurden die Ergebnisse der IST-3 Studie äußerst positiv beschrieben. Liest man die Originalarbeit, so zeigt sich zwischen Thrombolyse innerhalb von 6h nach SChlaganfall kein Vorteil der Thrombolyse. Im Gegenteil: Die Anzahl der Todesfälle und die Anzahl der fatalen und nicht-fatalen intrazerebralen Blutungen sind signifikant erhöht. Wie werden im Deutschen Ärzteblatt die Fachleute zitiert: Die Thrombolyse stellt den Durchbruch dar!  In einer aktuellen Studie im Lancet Neurol werden nun Langzeitergebnisse der IST-3 Studie präsentiert. Die Sterblichkeit ist zwischen den Gruppen ist nach 18 Monaten Nachbeobachtung vergleichbar. Das neurologische Outcome und auch die Lebensqualität sind offensichtlich in der Thrombolysegruppe signifikant besser. Zur Thermatik intrazerebrale Blutung werden keine Daten vorgestellt. Weiterlesen

Verwirrtheit reloaded

Im Rahmen unserer regelmäßig stattfindenden Mikrofortbildung in der Notfallaufnahme hat die Kollegin das Thema “Verwirrtheit” bzw. “Delir” aufgegriffen. Bereits zu früheren Zeitpunkten haben wir uns ja damit beschäftigt.

Ich möchte Ihnen den hervorragenden Artikel, der aus der Perspektive der Palliativmedizin geschrieben ist, nicht vorenthalten. Die wichtigsten Aspekte sind zusammengefasst dargestellt und sind auf die notfall- und intensivmedizinischen Arbeitsinhalte übertragbar. Begrifflichkeiten wie “Exsikkose” oder “AZ-Verschlechterung” sollten aus meiner Sicht nicht verwendet werden. Diese Begrifflichkeiten beschreiben nur unvollständig, welche Ursache dieses Symptom hat. Warum nicht – bei entsprechender Diagostik – fachlich korrekt ausdrücken: Der ältere Patient hat ein hypoaktives Delir bei einer Harnwegsinfektion. Im aktuellen “STERN” ist das Thema auf Seite 50 kurz dargestellt ;-)  Weiterlesen

Akuttherapie des akuten Schlaganfalls – Kontroversen und mehr

Die Ursache eines akuten Schlaganfalls ist meist ischämischer Genese (embolisch oder thrombotischer Verschluß eines hirnversorgenden arteriellen Gefäßes). Wir hatten ja bereits zu einem früheren Zeitpunkt über den Stellenwert der Rekanalisation  diskutiert: Die aktuell empfohlene Therapie ist die systemische Thrombolyse (i.v.) innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn. Hier gibt es durchaus kontroverse Sichtweisen, aber dies soll nicht der Schwerpunkt des nun erstellten Posts sein. Nur dies …. und hier sind aus meiner Sicht die “Notfallretter” stark gefährdet … ist für die korrekte Indikationsstellung neben einem nativen CCT auch die korrekte Diagnosestellung mittels Anamnese und körperlicher Untersuchung eine conditio sine qua non!

En vogue wurde in letzter Zeit die interventionelle neuroradiologische Intervention. Argument ist, dass bei Verschluß großer hirnversorgenden Arterien die Thrombolyse nicht so wirksam ist. Immer mehr Zentren etablieren neuroradiologische Interventionsmöglichkeiten rund um die Uhr. Eine einzelne Studie die für die endovaskuläre Therapie spricht (randomisiert, 180 Patienten), hat die neuroradiologische Intervention beim akuten Schlaganfall angestoßen. Es wurde gezeigt, dass diese Intervention die Gefäße öffnet, ein Nachweis der klinischen Effektivität wurde zumindest von der FDA bei der Zulassung der Devices nicht gefordert. Aber ist das, was man mechanistisch als logisch empfindet, wirklich zielführend? Hierzu gab es in einem der letzten NEJM drei Originalartikel und ein hervorragendes Editorial. Lesenswert!!! Weiterlesen

Neue Rubrik für Studenten “Student´s Corner: Notfallmedizin Basics”

Unser Blog verfolgt das Ziel alle an der Notfallmedizin beteiligten Gruppen gleichermassen anzusprechen, hierzu gehört gerade auch die nächste Generation, die der Studenten. Da diese in der Regel noch nicht allzu viel klinische Erfahrung haben bietet es sich an deren Wissen dort zu nutzen wo es am frischesten ist, nämlich im Bereich klinisch-theoretischer  Themen. Und uns Klinikern schadet die eine oder andere Auffrischung in diesem Bereich sicher auch nicht. Vorhang auf für die monatliche Rubrik “Student´s Corner: Notfallmedizin-Basics” mit der wir heute beginnen möchten.

Los geht es mit dem Thema “Pathophysiologie des Post-Reanimationssyndroms” von Stefan Kornstädt. Weiterlesen

Propofol für therapierefraktäre Migräne?

Eher per Zufall bin ich bei der Suche nach interessanten notfallmedizinischen Themen auf diesen Artikel gestossen, der eine interessante Fallserie beschreibt, in der subanästhestische Dosen von Propofol für Patienten mit einer konventionellen Therapieformen (NSAR, Triptane) nicht mehr zugänglichen Migräne verabreicht wurden. Es zeigte sich eine beeindruckende Besserung der Beschwerden mit einer durchschnittlichen Minderung der Schmerzsymptomatik von 8/10 auf ca. 1/10 auf der visuellen Analogskala. Begründet wird die Wirksamkeit über die GABA-agonistische Wirkung des Propofols.

Limitierend muss man sagen, dass es sich bei der Studie um eine nicht verblindete reine Fallstudie mit einer n=8 handelt, trotzdem finde ich den Artikel sehr interessant. Insbesondere da sich im Literaturverzeichnis des Artikels weitere Links zu (ebenfalls leider nur Fallserien) mit ähnlichen Hinweisen finden.

Ebenso wurden in der Fallserie keine ernsthaften Nebeneffekte sichtbar, bis auf einen einzelnen nachgewiesenen Sättigungsabfall auf 89% der jedoch eine Monitoringnotwendigkeit für die kurze (maximal 30 Minuten) andauernde Therapiephase nahelegt.

Ein gutes Beispiel dass innovative Therapiekonzepte zur Notfalltherapie gängiger Notaufnahme-Krankheitsbilder mehr denn je gefragt sind…