Umfrage zu medizinethischen Entscheidungen in der Notfallmedizin und Vorstellung der AG Ethik der DGINA

Wir erleben in unserer täglichen Praxis, dass es zwar deutschlandweit bereits gut funktionierende Strukturen klinischer Ethikberatung in Krankenhäusern gibt (Ethikberatung, Ethikkonsil, Ethikkomitee), dass diese Strukturen aber im akuten Notfall beim unverhofft in der Notaufnahme eintreffenden (und womöglich lebensbedrohlich erkrankten) Patienten ohne zuhandene schriftliche Äußerung (z.B. in Form einer Patientenverfügung) und ohne kontaktierbare Angehörige/Betreuer in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit meist nicht anwendbar sind. Weiterlesen

Volumenmanagement …. Wie monitorisieren?

Notfallmediziner sind wie Anästhesisten technisch sehr affine Kolleginnen und Kollegen. Dies ist prinzipiell gut. Gleichzeitig muss man sich hinterfragen, ob jede technische Innovation tatsächlich beiträgt, die Diagnostik und Versorgung von Patienten der Notfall- und Intensivmedizin zu verbessern.

Eines der heiklesten Themen ist das Volumenmanagement. Es gibt zahlreiche Techniken und Methoden. Leider gibt es keine zentrale “Methode”, die uns ein klares Handeln ableiten lässt. Auch im Zeitalter des PICCO sind die abgeleiteten Meßwerte nur Anhaltspunkte, die mit anderen Faktoren einschließlich der Krankheitsentität integriert werden müssen. Diesem Thema widmet sich ein aktueller Übersichtsbeitrag, den ich sehr sehr spannend finde. Weiterlesen

“Student´s Corner: Notfallmedizin Basics” Folge 2: Hypothermie

Kalt, kälter, am kältesten…Hypothermie…

So, beim letzten Blog haben wir uns mit der „post-resuscitation-care“ beschäftigt; genauer gesagt, mit dem Post-Reanimationssyndrom. Da wir die grundlegende Pathophysiologie bereits geklärt haben, können wir uns jetzt einem Behandlungskonzept der Reanimationsnachsorge kurz zuwenden, nämlich der therapeutischen Hypothermie. Zunächst sollten wir aber Grundlagen klären… Weiterlesen

Erste Ergebnisse zur Schichtdienst-Umfrage

Zunächst einmal herzlichen Dank an alle Teilnehmer an unserer Umfrage zum Schichtdienst in Notfall- und Intensivmedizin.

Mit gegenwärtig fast 500 Teilnehmern haben bereits deutlich mehr Pflegekräfte, Rettungsdienstmitarbeiter und Ärzte (jeweils m/w !) erreicht als wir zunächst erwartet haben. Dies zeigt dass wir ein Thema angesprochen haben welches vielen von Ihnen unter den Nägeln brennt.
Die Teilnahme an der Umfrage ist noch bis zum 20. Mai möglich, die Ergebnisse werden dann erstmals am 22. Juni im Rahmen des eintägigen Symposiums “Leben im Schichtdienst”  in Neu-Isenburg bei Frankfurt/Main vorgestellt.
Die Einladung zu dieser ist beigefügt und wir würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen um dort die gewonnenen Erkenntnisse weiter zu vertiefen und gemeinsam konkrete Handlungsperspektiven zu erarbeiten.
Die Anmeldung ist weiterhin über diesen Link möglich:https://de.surveymonkey.com/s/DGINA_Anmeldung
Nach der Veranstaltung werden wir als YED der DGINA eine Zusammenfassung auch per Mail an alle Teilnehmer der Umfrage verschicken, die Ihre Email-Adresse hinterlassen haben.
Auf ein persönliches Treffen in Neu-Isenburg freuen sich die
YED der DGINA
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Schichtdienst ist ein Problem, aber nicht unlösbar!

Prof. Christ hatte ja am 5. April bereits einen Beitrag über Burnout bei Medizinern in diesem Blog veröffentlicht. Ganz oben in der Liste der betroffenen Fachrichtungen: Notfall- und Intensivmediziner.

In wieweit dies auch in einer durchgehenden Arbeit in einem Schichtsystem begründet ist wird in dieser Arbeit nicht aufgearbeitet.

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(Grafik aus Medscape: http://www.medscape.com/features/slideshow/lifestyle/2013/public#2)

Also ist Schichtdienst in Notfall- und Intensivmedizin kein Problem ?

Die Zwischenauswertung unserer laufenden Umfrage zum Thema Schichtdienst mit bereits mehr als 400 Teilnehmern spricht da eine andere Sprache.

Diese oben genannte Publikation ist ein guter Anlass auch noch einmal an unsere interessante Tagesveranstaltung am 22. Juni in Neu-Isenburg bei Frankfurt zu erinnern, bei der wir uns intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen werden.

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Once again – Stellenwert des Koronar-CTs bei der Abklärung von A.p. in der Notaufnahme

Wir hatten uns ja diesem Thema schon vor längerem gewidmet: Wie ist der Stellenwert eines Koronar-CTs in der Notaufnahme, wenn es um die Abklärung von Chest Pain Patienten geht? Man wird ja immer recht kribbelig, wenn an anderen Standorten bzw. in anderen Ländern entsprechende Abklärungsalgorithmen angeboten werden, diese in der eigenen STruktur jedoch noch nicht vorliegen.

Wie Sie dem früher diskutiertem Artikel entnehmen konnten, bin ich insgesamt sehr sehr skeptisch, was diese Technologie überhaupt und dann speziell in unserem Umfeld angeht. Die Strahlenbelastung möchte ich bei der Entscheidungsfindung noch gar nicht einschließen. Eine interessante Metaanalyse zu dieser Thematik widmet sich dieser Fragestellung …. und die Resultate decken sich optimal mit meiner früheren Einschätzung: Weiterlesen

Anwesenheit von Angehörigen bei einer Kardiopulmonalen Reanimation

Was denken Sie, wenn Sie die Überschrift lesen? Ist er jetzt wahnsinnig geworden? Selbstverständlich schicke ich Angehörige bei der Reanimation vor die Tür!!! Aber ist dies wirklich Evidenz basiert?

Nun, diesem Thema widmet sich eine didaktisch hervorragend aufgebautes Case Szenario im New England Journal. Weiterlesen

Ist das Symptom “Angina pectoris” wichtig für die Diagnostik und Therapieentscheidung?

Heute bewegen wir uns eher in ein Thema der Inneren Medizin/Kardiologie. Sicherlich beobachten Sie regelmäßig, dass Diagnostik- und Therapieentscheidungen bei KHK von der Symptomatik der betroffenen Patienten abhängig gemacht werden.

In diesem Zusammenhang finde ich eine Arbeit von Dagenais et al. aus dem JACC sehr interessant: Weiterlesen

Die Wissenschaft rettet die Nacht! Bald in Ihrer Notaufnahme?

Nature Nanotechnology berichtet über die Injektion von Enzymkomplexen, die Alkohol schneller abbauen.
Funktioniert schon bei Mäusen.
Wenn das mal keine Perspektive für die Notaufnahme ist. Eine Injektion und der Alkohol wird abgebaut…
Am besten schon präklinisch, das wäre doch eine tolle Erleichterung für die Nachtschichten am Wochenende.
Es könnte allerdings passieren, daß die besonders treue Kundschaft dann nicht einmal, sondern gleich mehrmals pro Nacht kommt…..

Diagnostik Update – Und nochmals Lungensonographie ….

In den letzten Monaten werden vermehrt Kursangebote “Sonographie in der Akut- und Intensivmedizin” angeboten. Diese erfreuen sich höchster Aufmerksamkeit und sowohl in den Notaufnahmen als auch auf den Intensivstationen nimmt zunehmend eine fokussierte sonographische Untersuchung einen festen Stellenwert in der Routine ein.

Durch das große Engagement von Oberärzten und Fachärzten meiner Klinik wurde ebenfalls die Sonographie aus einer versteckten Ecke herausgeführt. Nicht selten hört man, dass eine Pneumothorax blitzschnell diagnostiziert wurde. Bedenklich stimmt mich nur, dass dann sofort eine Thoraxdrainage gelegt werden soll. Dies ist nicht immer indiziert und die sonographische Diagnostik sollte nicht dazuführen, die Indikationsfelder  von Interventionen zu vernachlässigen.

In diesem Zusammenhang habe ich heute auf meinem Tisch einen phantastischen Artikel von Raoul Breitkreutz aus Frankfurt mit Freude entdeckt, der dieses Verfahren in zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen und mit viel Engagement “hoffähig” gemacht hat. Weiterlesen