Early Goal Directed… or not?

Am diesjährigen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Notfallmedizin (European Society for Emergency Medicine – EuSEM) in Amsterdam gab es zahlreiche spannende Vorträge – zu viele um sie alle hier zu nennen. Auch das Rahmenprogramm war gut organisiert, beim “SimWar” – einem Simulations-Wettbewerb mit interdiszplinären Schockraum-Szenarien gewann unter 8 Teams aus ganz Europa das deutsche Team ex aequo mit Frankreich.
Einige sehr subjektive “Glanzlichter” der Konferenz: Neben dem inspirierenden Vortrag von Dr. Simon Carley zum Thema “GuerillaSim” war u.a. erweiterte Reanimation und die Relevanz von “Resuscitation Centers” ein wichtiger Punkt und natürlich auch – wie immer ein Topthema – Sepsis.
Während ProCESS und andere Studien heiß diskutiert wurden, wurde eine weitere, dringend erwartete Publikation nur wenige Stunden nach Ende des fantastischen Kongresses im NEJM publiziert – ARISE (Australasian Resuscitation In Sepsis Evaluation Randomised Controlled Trial).

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Life-or-limb-saving-procedures: Spektakuläre Lebensrettung mit präklinischer Thorakotomie

Erst vor kurzem veröffentlichte ich den ersten Blogpost in der “Worst-Case”-Reihe, eine Zusammenfassung der Informationen zur Reanimation von schwangeren Patientinnen und der Option Notfallkaiserschnitt (Don’t Cut the Baby). Als kleinen Vorgeschmack auf den nächsten Beitrag in der Worst-Case-Reihe möchte ich Sie auf einen spektakulären Fallbericht aus meiner Heimatstadt Graz (Ö) hinweisen: Puchwein et al beschreiben die erfolgreiche, lebensrettende präklinische Thorakotomie bei einem 17jährigen Patienten mit multiplen Messerstichverletzungen (Puchwein et.al. Unfallchirurg). Lesenswert!

Gleichzeitig bestärkt dies meiner Meinung nach die Argumentation, dass Notfallmediziner in der Klinik und Rettungsmediziner in der Präklinik auf derartige Worst-Case-Situationen vorbereitet sein müssen. Auch wenn es kaum möglich ist, alle relevanten Worst-Case-Szenarien perfekt zu simulieren oder vorab mehrfach unter Anleitung zu bewältigen, müssen die mentalen Checklisten bereitliegen. Wenn so etwas tatsächlich passiert, ist meist nicht mehr viel Zeit, darüber nachzudenken – es muss sofort gehandelt werden. Auch wenn der Patient wie so oft um 5:00 Früh ankommt und die Assistenzärztin im ersten Jahr in der Notaufnahme alleine Dienst schiebt…

 

DGINA Kongress – Young Emergency Doctors

SimCup1Aus Sicht der Young Emergency Doctors ist am DGINA-Kongress in Hamburg vieles passiert: Nach spannenden Vorträgen in der Young Emergency – Session mit weit über 100 Zuhörern folgte ein Meeting engagierter Assistenzärzte und Studierender, es gab ein Treffen mit Prof. Judith Tintinalli und natürlich den spannenden deutschlandweit ersten SimCup Notfallmedizin.

1. SimCup Notfallmedizin – Premiere am DGINA-Kongress in Hamburg

1. Sim-Cup Notfallmedizin – 9. November 2013 in Hamburg

Nun geht es auf die Zielgerade: die Vorbereitungen für den “1. Sim-Cup Notfallmedizin” laufen auf Hochtouren. Vier Teams stellen sich bei der DGINA-Jahrestagung in Hamburg der Herausforderung und simulieren öffentlich die Versorgung kritischer Notfallpatienten (http://www.dgina-kongress.de/1-sim-cup-notfallmedizin/).
Die Organisatoren der Session bekamen vom Kongresspräsidium größte Freiheiten und einen enormen Vertrauensvorschuss, um das Ziel hinter dem Sim-Cup zu erreichen: die Qualität transdisziplinärer Notfallmedizin in kritischen Situationen sichtbar zu machen und zu illustrieren, welchen Wert Simulationstraining für die Weiterbildung und die Team-Performance haben kann.

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Worst Case – Runde 1: Reanimation + Notfallkaiserschnitt – “Don’t cut the Baby”

Eine Besonderheit der Notfallmedizin – sowohl prä- als auch innerklinisch – sind die sehr unterschiedlichen und teils extremen Situationen, auf die man sich oft innerhalb wenigen Sekunden einstellen muss. In der neuen Reihe “Worst Case” möchte ich einige derartige Szenarien diskutieren.

Der heutige Fall: In der Notaufnahme eines mittelgroßen Krankenhauses ohne Gynäkologie stellt sich eine junge, hochschwangere Frau vor. Sie ist auf der Durchreise und fühle sich nun schwach und ihr sei übel. Während die Daten der Patientin erhoben werden, kollabiert sie – und hat keinen Puls. Was jetzt?? Weiterlesen

License to kill – Laryngoskopie als Todesurteil?

Im Schockraum wird die Narkose bei respiratorischer Insuffizienz eingeleitet. Etwa 5min später kommt es zum Herz-Kreislauf-Stillstand des betroffenen Patienten. Kurze Reanimation, erfolgreiche Defibrillation, der Patient geht auf die Intensivstation. Das Schockraumteam klopft sich auf die Schulter: Gut gemacht!

Ist das wirklich so? Oder unterliegen wir hier einem Irrtum … und zwar einem ganz ganz großen? Dieser Frage widmet sich eine ganz aktuelle Arbeit von Heffner et al. um die Arbeitsgruppe von A.E. Jones.  Weiterlesen

Disco saves lifes ….. Start Daancing :-)

Heute morgens haben wir eine kurze Reanimationsübung bei uns in der Notaufnahme durchgeführt. Die Leistung unseres Teams wird durch derartige Kurzschulungen immer besser. Bei der Beurteilung unseres Teamserfolgs orientieren wir uns an einem Konsensus-Dokument, welches vor kurzem in CIRCULATION publiziert wurde: Weiterlesen

Striptease – Something wrong with your patient?

Gestern haben wir uns getroffen und finalisiert geplant, am 6. November um 16:00h bei uns am Klinikum Nürnberg wieder ein EKG-Seminar interaktiv anzubieten (“Emergency Cardiography”). Von Martin Fandler wurde ich auf einen interessanten Blog aufmerksam gemacht: STRIPTEASE

Der Name klingt etwas schlüpfrig, aber genial gemacht. Ein kurzes klinisches Bild wird beschrieben und Sie haben für 15 sek die Möglichkeit, einen Rhythmusstreifen dieses Patienten zu sehen. Anschließend müssen Sie sich festlegen.

Meinen ersten Fall konnte ich lösen … mal schauen, was die weiteren Beispiele so bei mir auslösen. Ich finde diese Beispielsammlung sehr geeignet, um sich auf diverse Situationen vorzubereiten. Und diese Beispiele machen wirklich viel Spass!!

Volumenmanagement nach Reanimation bei kardiogenem Schock

Das Manuskript, das ich Ihnen hier vorstellen möchte, ist mir primär bei der Literatursuche “durch die Lappen” gegangen. Danke an Dr. M. Baumgärtel, der sich seit Jahren bei uns mit der Thematik des Volumenmanagements beschäftigt!

Wie mache ich Volumenmanagement bei Patienten, die nach einer Reanimation eine therapeutische milde Hypothermie erhalten und einen kardiogenen Schock aufweisen? Sie werden natürlich sagen, das ist eine klinische Entscheidung oder ich steuere das Volumen anhand des zentralen Venendrucks. Insbesondere die letztgenannte Argumentation ist schwierig zu halten, zumal in zahlreichen Studien keine Korrelation zwischen intravaskulärem Volumen und ZVD gezeigt werden könnte. In Resuscitation ist eine sehr interessante und auch elegante Studie erschienen: Weiterlesen