Respiratorische Insuffizienz: Pneumothorax – Was nun?

Haben Sie im Rahmen Ihrer studentischen Ausbildung eine klar strukturierte Einleitung erhalten, wie Sie mit einem Pneumothorax umgehen sollten? Haben Sie schon notfallsonographische Techniken erlernt, um einen Pneumothorax auszuschließen?

Oder ist es Ihnen auch passiert, dass der Chirurg ein anderes Vorgehen hat wie der Kollege aus einem konservativen Fach? Was nun? Weiterlesen

Intensivmedizin UpDate – Die Bauchlagerung

Sie betreuen einen Patienten mit schwerem ARDS auf Ihrer Intensivstation. Sie haben maximale Probleme bei der Beatmung. Als Bail-Out wurde zumindest bei uns immer wieder die Bauchlagerung durchgeführt. Die Studienlage ist diesbzgl. ziemlich mau. Zwar wird die Oxygenierung verbessert … aber die Sterblichkeit ist unverändert hoch.

Dazu wurde nun im NEJM eine hochaktuelle und sehr ermutigende Studie publiziert: Weiterlesen

Airway Management bei Reanimation

Guten Morgen! Hab ne ganz spannende Studie im JAMA gelesen:

Retrospektiv wurde ein Reanimationsregister in Japan ausgewertet. Über 650 Tsd Patienten nach out-of-hospital cardiac arrest wurden analysiert. 57% der Patienten wurden während der Reanimation mit Maske und Beutel beatmet, 43% haben ein Atemwegsmanagement erhalten (Intubation bzw. supraglottische Atemwegsunterstützung).

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Ist die Gabe von Sauerstoff wirklich notwendig?

Hat ein Patient einen akuten Mykardinfarkt, eine Exazerbation einer COPD oder einen Schlaganfall, dann wird sofort die Nasenbrille aufgesetzt und Sauerstoff gegeben. Aber ist dies wirklich notwendig? Es gibt ja durchaus Hinweise, dass z.B. nach Reanimation eine Hyperoxämie zu ungünstigerem Outcome führt und auch die Routinegabe von Sauerstoff bei akutem Myokardinfarkt zu einer Übersterblichkeit führt.

Dazu gibt es einen sehr spannenden Übersichtsartikel im British Medical Journal:

Schrittweise wird Wissenswertes über die Gabe von Sauerstoff bei Notfallpatienten berichtet und durchaus kontrovers diskutiert. Die übliche unreflektiert “Standardgabe” von Sauerstoff wird kritisch hinterfragt und aufgrund der vorhandenen Studiendaten letztendlich folgendes Vorgehen vorgeschlagen: Weiterlesen

I love emergency lung ultrasound ….

Ich bin ja froh, dass ich im Gegensatz zu US-amerikanischen Kollegen der Emergency Departments in meiner Ausbildung Sonographie und Echokardiographie erlernen durfte. Häufig wurde ich an meiner früheren Arbeitsstelle in Basel zwar von einigen belächelt (“jetzt kommt der Sono-Man”), wenn ich das kleine Sonogerät rausgezogen habe … zwischenzeitlich ist die Sonographie auch dort seit Jahren etabliert. Der Leitende Arzt Christian Nickel erzählt mir immer begeistert davon.

Aber einiges ist für mich doch etwas überraschend: Die Notfallsonographie nimmt Fahrt auf und notfallmedizinische Aspekte können sonographisch beantwortet werden, wo ich früher nur milde den Kopf geschüttelt habe: ABER: Ich komme neuen notfallmedizinschen Techniken gar nicht mehr aus: E. Glöckner aus unserer Klinik ist absolut fasziniert von der Notfallsonographie und hat viele neue Techniken in unser Team eingeführt. Die Akzeptanz und die technische Fähigkeit dauern zwar etwas … aber das ist ganz normal. Weiterlesen

“Ein Notfall! Schnell, wir müssen intubieren!”

Bei meiner Lieblingsserie der Notfallmedizin-Podcasts gibt es gelegentlich einen sogenannten RANT. Wörtlich übersetzt bedeutet das “Wortschwall” oder gelegentlich auch mit einer etwas negativeren Konnotation “Wutrede”
Vor einiger Zeit bat ich meinen Freund und Kollegen Thomas Plappert, damals noch zu nofame4u-Zeiten auch mal einen Blogbeitrag zu schreiben. Zurück kamen direkt drei, dieser erste gleicht beinahe einem RANT von EmCrit – pointiert und exzellent zu lesen beschäftigt er sich mit dem Thema Atemwegssicherung, ich gebe das Wort an Thomas… Weiterlesen

Know your tools – Oxylog 3000

Eines der Standardequipmentteile in der Notaufnahme ist der Oxylog 3000, gegenwärtig wohl das beliebteste Notaufnahmebeatmungsgerät. Leider sind formale Einführungen in neue Geräte noch längst nicht ubiquitär die Regel und die eine oder andere Auffrischung kann sicher nie schaden, auch wenn man mal eine der seltenen Einführungen genossen hat. Insofern ist es nur ein logischer Schluss sich kurz einmal den wichtigsten Links zu diesem Thema zu widmen.

Wer eine nette Ersteinführung in das Gerät haben möchte wird hier fündig:

Darüber hinaus gibt es als zweiten Schritt den Online Simulator von Draeger wo man an allen Knöpfchen ein wenig rumspielen kann ohne das einem Patienten die Luft ausgeht:

Draeger Simulator für Oxylog 3000

Nun sollte man sich dringend noch die beiden Standard-Podcasts von EmCrit zu Beatmungsstrategien genehmigen. Unterschieden wird in zwei Strategien, einmal die Lung-protective Strategy (für alles andere) und einmal die Obstructive-Strategy (für exazerbierte COPD/ Asthma).

Dominating the Vent Part 1 und Dominating the Vent Part 2

Schlussendlich gibt es noch ein paar “Kochrezepte” wie man die besten Ersteinstellungen findet, aufbauend auf den Podcasts von Scott Weingart.

Einmal für Pressure-controlled mode

und einmal für Volume-controlled mode

Wer dann noch weitere Infos in diesem Bereich sucht wird bei EmCrit und LITFL sicher noch zahlreiche andere interessante Links finden, viel Spass!

 

 

 

 

 

 

 

Welche Methodik der Notfall-Koniotomie ist die Beste?

Hello! Unser Blog wurde portiert und wir hoffen natürlich, dass Sie weiterhin aktiver Leser unseres notfall- und intensivmedizinischen Blogs bleiben! Diskussionen und Kommentierungen sind weiterhin “very welcome“. Weiterlesen

Angioödem – Wie abklären, wie behandeln

Beim Durchblättern von Zeitschriften kam mir ein aktueller Artikel aus dem British Medical Journal über das Angioödem unter die Finger. Dieses Thema werden wir auch am kommenden Samstag im Rahmen unseres 2. Adventssymposiums in Nürnberg referiert bekommen. Freue mich schon sehr darauf.
Ich komme auf den Artikel zurück, den wir heute in der Mikrofortbildung besprochen haben. Wir haben uns über einige Aspekte ausgetauscht, die für einige unserer Kollegen neu waren:
1)    Klinisch wichtig ist es offensichtlich, bei der Erstdiagnostik zwischen allergischer und nicht-allergischer Diathese des Angioödems zu differenzieren (klinische Hilfestellung scheint das Vorliegen einer Urtikaria zu sein –> spricht mehr für Allergie). In Abhängigkeit davon ist die entsprechende Therapie einzuleiten (ggf. Adrenalin i.m. bei Allergie, Icatibant oder Berinert bei ACE-Hemmer oder nicht-ACE-Hemmer induziertem Angioödem).
2)    Zur Abklärung des Angioödems ist die Bestimmung von Komplementfaktor C4 das geeignete Screeningverfahren (es gibt auch dysfunktionalen C1-Esterase Inhibitor, der in normalen Mengen zirkuliert).
3)    Im Artikel sind wichtige Differentialdiagnosen des Angioödems beschrieben, die dann während des weiteren Verlaufs (meist außerhalb von Notaufnahme bzw. Intensivstation) abgeklärt werden müssen.
In einer Veranstaltung, die ich kürzlich besucht habe, hat der Referent Fälle von Angioödemen beschrieben, bei denen er die Patienten sehr lange unter Therapie mit Icatibant beobachtet hat (wir hätten für die Sicherung der Atemweg schon „feuchte Hände“ bekommen und den Patienten intubiert). Sicherlich Ermessens- und Erfahrensfrage. Möchte dies jemand kommentieren?

Präoxygenierung und Intubation des kritisch Kranken

Wer kennt nicht die Situation: Ein Patient mit respiratorischer Insuffizienz verschlechtert sich weiter, die Intubation steht an, und während den Intubationsversuchen kommt es zu relevanten Deoxygenierungen. Welche Techniken gibt es, um dies zu vermeiden?

In einem hervorragenden Übersichtsartikel geht Scott Weingart aus New York, der Autor des bekannten Blogs “emcrit.org” auf die verschiedenen Aspekte ein und stellt eine Übersicht zu verschiedenen Methoden vor, die die Intubation eines kritisch Kranken in Notaufnahme und Intensivstation erleichtern sollten:

1) Die richtige Lagerung des Patienten (20 Grad Oberkörperhochlage, Höhe des Gehörgangs auf Ebene der vorderen Thoraxebene)
2) verschiedene Techniken der Präoxygenierung (Oxygenierung mit High-Flow Nonrebreather Mask, Anwendung von CPAP (z.B. auch NIV) und apneoische Oxygenierung mit High Flow über Nasenmaske) sowie
3) Relaxierung vorzugsweise mit high dose Rocuronium (1.2mg/kg KG)
stellen hierbei wesentliche Grundlagen dar.

Außerdem erklärt Scott die notwendige Pathophysiologie zur Präoxygenierung!

In unserer Klinik wurde ein interprofessionelles Konzept der Rapid Sequence Intubation eingeführt und wird durch Simulation (Intubation des Kritisch Kranken) begleitet, um im Team die einzelnen Arbeiten zu üben und vorab eine Aufgabenzuweisung zu erreichen (Checkliste RSI).

Die Übersicht von Scott gibt wertvolle zusätzliche Hinweise (und bestätigt unseren Weg). Wie macht Ihr die Notfallintubation? Sind die Vorschläge von Scott hilfreich?