“Student´s Corner: Notfallmedizin Basics” Folge 2: Hypothermie

Kalt, kälter, am kältesten…Hypothermie…

So, beim letzten Blog haben wir uns mit der „post-resuscitation-care“ beschäftigt; genauer gesagt, mit dem Post-Reanimationssyndrom. Da wir die grundlegende Pathophysiologie bereits geklärt haben, können wir uns jetzt einem Behandlungskonzept der Reanimationsnachsorge kurz zuwenden, nämlich der therapeutischen Hypothermie. Zunächst sollten wir aber Grundlagen klären… Weiterlesen

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Erste Ergebnisse zur Schichtdienst-Umfrage

Zunächst einmal herzlichen Dank an alle Teilnehmer an unserer Umfrage zum Schichtdienst in Notfall- und Intensivmedizin.

Mit gegenwärtig fast 500 Teilnehmern haben bereits deutlich mehr Pflegekräfte, Rettungsdienstmitarbeiter und Ärzte (jeweils m/w !) erreicht als wir zunächst erwartet haben. Dies zeigt dass wir ein Thema angesprochen haben welches vielen von Ihnen unter den Nägeln brennt.
Die Teilnahme an der Umfrage ist noch bis zum 20. Mai möglich, die Ergebnisse werden dann erstmals am 22. Juni im Rahmen des eintägigen Symposiums “Leben im Schichtdienst”  in Neu-Isenburg bei Frankfurt/Main vorgestellt.
Die Einladung zu dieser ist beigefügt und wir würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen um dort die gewonnenen Erkenntnisse weiter zu vertiefen und gemeinsam konkrete Handlungsperspektiven zu erarbeiten.
Die Anmeldung ist weiterhin über diesen Link möglich:https://de.surveymonkey.com/s/DGINA_Anmeldung
Nach der Veranstaltung werden wir als YED der DGINA eine Zusammenfassung auch per Mail an alle Teilnehmer der Umfrage verschicken, die Ihre Email-Adresse hinterlassen haben.
Auf ein persönliches Treffen in Neu-Isenburg freuen sich die
YED der DGINA
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Schichtdienst ist ein Problem, aber nicht unlösbar!

Prof. Christ hatte ja am 5. April bereits einen Beitrag über Burnout bei Medizinern in diesem Blog veröffentlicht. Ganz oben in der Liste der betroffenen Fachrichtungen: Notfall- und Intensivmediziner.

In wieweit dies auch in einer durchgehenden Arbeit in einem Schichtsystem begründet ist wird in dieser Arbeit nicht aufgearbeitet.

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(Grafik aus Medscape: http://www.medscape.com/features/slideshow/lifestyle/2013/public#2)

Also ist Schichtdienst in Notfall- und Intensivmedizin kein Problem ?

Die Zwischenauswertung unserer laufenden Umfrage zum Thema Schichtdienst mit bereits mehr als 400 Teilnehmern spricht da eine andere Sprache.

Diese oben genannte Publikation ist ein guter Anlass auch noch einmal an unsere interessante Tagesveranstaltung am 22. Juni in Neu-Isenburg bei Frankfurt zu erinnern, bei der wir uns intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen werden.

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Die Schnelligkeit der Notfallmedizin ist immens: nach FAST kommt RUSH!

RUSH

Algorithmusorientierte Untersuchungsgänge sind in der englischsprachigen Notfallmedizin zunehmend weit verbreitet. Umso trauriger, dass diese intelligenten Konzepte auch durch ein Fehlen qualifizierten Teachings in der Klinischen Notfallmedizin hier in ihrer Beliebtheit noch stark hinterherhinken.

Mein YED-Kollege Dr. Martin Fandler hat sich die Mühe einer Kurzzusammenfassung des RUSH-Konzeptes mit zahlreichen guten Links gemacht. Es erlaubt Patienten mit unklarer Schocksituation algorithmusorientiert abzuarbeiten und kann vor allem jungen Kollegen nur empfohlen werden. Weiterlesen

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Die Wissenschaft rettet die Nacht! Bald in Ihrer Notaufnahme?

Nature Nanotechnology berichtet über die Injektion von Enzymkomplexen, die Alkohol schneller abbauen.
Funktioniert schon bei Mäusen.
Wenn das mal keine Perspektive für die Notaufnahme ist. Eine Injektion und der Alkohol wird abgebaut…
Am besten schon präklinisch, das wäre doch eine tolle Erleichterung für die Nachtschichten am Wochenende.
Es könnte allerdings passieren, daß die besonders treue Kundschaft dann nicht einmal, sondern gleich mehrmals pro Nacht kommt…..

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Neue Rubrik für Studenten “Student´s Corner: Notfallmedizin Basics”

Unser Blog verfolgt das Ziel alle an der Notfallmedizin beteiligten Gruppen gleichermassen anzusprechen, hierzu gehört gerade auch die nächste Generation, die der Studenten. Da diese in der Regel noch nicht allzu viel klinische Erfahrung haben bietet es sich an deren Wissen dort zu nutzen wo es am frischesten ist, nämlich im Bereich klinisch-theoretischer  Themen. Und uns Klinikern schadet die eine oder andere Auffrischung in diesem Bereich sicher auch nicht. Vorhang auf für die monatliche Rubrik “Student´s Corner: Notfallmedizin-Basics” mit der wir heute beginnen möchten.

Los geht es mit dem Thema “Pathophysiologie des Post-Reanimationssyndroms” von Stefan Kornstädt. Weiterlesen

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Propofol für therapierefraktäre Migräne?

Eher per Zufall bin ich bei der Suche nach interessanten notfallmedizinischen Themen auf diesen Artikel gestossen, der eine interessante Fallserie beschreibt, in der subanästhestische Dosen von Propofol für Patienten mit einer konventionellen Therapieformen (NSAR, Triptane) nicht mehr zugänglichen Migräne verabreicht wurden. Es zeigte sich eine beeindruckende Besserung der Beschwerden mit einer durchschnittlichen Minderung der Schmerzsymptomatik von 8/10 auf ca. 1/10 auf der visuellen Analogskala. Begründet wird die Wirksamkeit über die GABA-agonistische Wirkung des Propofols.

Limitierend muss man sagen, dass es sich bei der Studie um eine nicht verblindete reine Fallstudie mit einer n=8 handelt, trotzdem finde ich den Artikel sehr interessant. Insbesondere da sich im Literaturverzeichnis des Artikels weitere Links zu (ebenfalls leider nur Fallserien) mit ähnlichen Hinweisen finden.

Ebenso wurden in der Fallserie keine ernsthaften Nebeneffekte sichtbar, bis auf einen einzelnen nachgewiesenen Sättigungsabfall auf 89% der jedoch eine Monitoringnotwendigkeit für die kurze (maximal 30 Minuten) andauernde Therapiephase nahelegt.

Ein gutes Beispiel dass innovative Therapiekonzepte zur Notfalltherapie gängiger Notaufnahme-Krankheitsbilder mehr denn je gefragt sind…

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Blog-Link: Psychiatrietogo

Gute medizinische Blogs in Deutsch sind leider noch Mangelware. Eher per Zufall bin ich auf den Psychiatrie-Blog von Dr. Jan Dreher gestossen. Auch wenn das Thema nicht ganz unserem Kernthema entspricht, so fällt trotzdem auf, dass der Blog erstens handwerklich super gemacht ist und zweitens in der Vielfalt der Themen auch der eine oder andere Artikel ist, der auch für den Notfallmediziner relevant ist.

Hier der Link: http://psychiatrietogo.wordpress.com

Ebenfalls einen kleinen Blick habe ich bereits in das von ihm verfasste Psychiatrie iBook geworfen, welches sehr vielversprechend aussieht. Man kann sehen was alles mit diesem Medium möglich ist und dass die Veröffentlichung eines Fachbuches nicht mehr allein vom Vertrieb über einen der grossen Verläge abhängig ist. Klar bleiben derartige Bücher immer subjektiv, aber das sind die anderen bis zu einem gewissen Punkt auch, geben sie nur nicht zu…

Hier der Link zum IBook

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Beeindruckende Bilder interaktiv: akuter Bauch die Zweite

Eine weitere interessante Bauchschmerzgeschichte aus der ZNA…

Eine 44-jährige Patientin ohne nennenswerte Vorerkrankungen stellt sich vor mit seit 5 Tagen bestehenden abdominellen Beschwerden, zunächst über 3 Tage leichter diffuser Bauchschmerz mit mitlleren Mittelbauch mit eher weicheren Stühlen ca. 5 Mal pro Tag, das ganze ohne Übelkeit oder Erbrechen oder Dysurie.

Seit dem Vorabend dann zunächst leichte, im Verlauf seit der Nacht immer stärker werdende Beschwerden mit Schmerzmaximum im linken Unterbauch, nun auch Übelkeit/Erbrechen und Temperatur von 38,1°C.

Vorerkrankungen:  KEINE,  zwei vaginale Entbindungen, einmal  vor Jahren Gastro und Koloskopie ohne wegweisenden Befund

Vitalwerte: HF 90/min, RR 125/75, SO2 98% unter RL, AF 21/min, Temp 38,4°C, Schmerz NAS 8/10

Untersuchungsbefund: wache und voll orientierte Patientin, Auskultation von Herz und Lungen unauffällig, Abdomen maximal gespannt mit starker peritonitischer Reizung, im linken Unterbauch bereits bei leichter Berührung deutliche Schmerzhaftigkeit, etwas diskreter ausgeprägt auch im restlichen Abdomen, normale Darmgeräusche, Nierenlager ebenfalls beidseits leichter klopfschmerzhaft.

Welche Zusatzdiagnostik brauchen wir jetzt?

Zunächst einmal handelt es sich hier offensichtlich um ein echtes “Akutes Abdomen”. Dies bedeutet, dass im Gegensatz zu den einfachen Bauchschmerzen eine frühzeitige Involvierung der Abdominalchirurgen von Nöten ist, am Besten parallel zu der weiteren Evaluation. Ebenso wesentlich ist eine sofortige adäquate Analgesie, z.B. durch Titration eines Morphinderivates.

Nun zur Zusatzdiagnostik:

Labor inkl. gängiger Abdominalparameter unauffällig bis auf eine Leukozytose von 16.000 und einen geringgradig erhöhten CRP. BGA leicht hyperventiliert, Lactat normwertig. Rektale Untersuchung: nicht durchgeführt (es gibt gute Hinweise auf deren fehlende klinische Relevanz bei fehlenden Hinweisen auf eine GI-Blutung)

Sono: Mehrere leicht distendierte DS im LUB und lokalisiert dort ein kleines “Pfützchen” freie Flüssigkeit.

Nun Folgt ein Notfall CT-Abdomen, was zeigt es?

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Seniorin auf Droge? Know your tools (and their limitations)…

Eine 75 – jährige Patientin wird vom Notarzt mit multiplen Schnittverletzungen an den Extremitäten in den Schockraum gebracht.

Die Anlage eines venösen Zugangs war präklinisch bei Hypothermie (34°C) nicht gelungen, so daß eine intraossäre Kanüle in die Tibia gebohrt worden war. Vom Notarzt wird über einen Blutverlust in der Wohnung von ca. 1,5 l berichtet. Die Patientin nimmt Dabigatran bei Vorhofflimmern. Bei Eintreffen im Schockraum ist die Patientin kreislaufstabil (RR 120/70 mmHg, Hf 70/min, SpO2 94%). Sie hat multiple, teilweise tiefe Schnittverletzungen an allen Extremitäten, die jedoch bei Aufnahme nicht mehr bluten.Die Anlage eines venösen Zuganges gelingt problemlos.

Die Patientin wurde zu Hause im Schlafzimmer in einer Blutlache von Nachbarn aufgefunden. Neben ihr Lagen mehrere Rasierklingen. Hinweise auf ein Fremdeinwirkung gibt es nicht, die Rettungskräfte gehen von einem Suizidversuch aus.

Da die Ursache Somnolenz zunächst unklar ist und eine Medikamentenintoxikation nicht ausgeschlossen werden kann, führen die Kollegen der ZNA ein Drogenscreening im Urin durch. Dieses ist positiv auf Metamphetamin und THC.

Auch für einen Drogenrausch gibt es keine Altersgrenze, aber das erschien uns doch angesichts dieser Patientin auch nach Rücksprache mit den Angehörigen sehr unwahrscheinlich.

Nach Rücksprache mit dem Hersteller des Drogentests, in diesem Fall http://oekonomed.de

wird die Sache klarer. Es gibt eine 6-seitige Liste (die wir hier leider nicht veröffentlichen dürfen) mit möglichen Kreuzreaktionen zwischen dem Schnelltest und verschiedenen Medikamenten.

In unserem Fall hat wahrscheinliche die Einnahme von Pantozol einen THC-Konsum vorgetäuscht. Ranitidin kann Metamphetamine vortäuschen.

Als Ursache der Somnolenz vermuten wir im Nachhinein eine Kombination aus Anämie und Hypothermie.

Nach 2 Stunden war die Patientin wach und zu allen Qualitäten orientiert.

Diese zwei Artikel beschäftigen sich mit Drogenschnelltests und möglichen Interaktionen:

http://www.healio.com/orthopedics/journals/ORTHO/{E98EF187-30EE-4C8A-BE36-47D0C7FAC694}/A-Review-of-the-Methods-Interpretation-and-Limitations-of-the-Urine-Drug-Screen

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21507878

 

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