EKG des Tages – Was hätten Sie gemacht?

Am Wochenende stellte sich ein 44jähriger Patient mit rechtsthorakalen Schmerzen vor. Die Vitalparameter waren im Normbereich, Temperatur 37.4°C.

Es wird folgendes EKG geschrieben:

 

Präsentation1

Kurze Zeit später trifft das Labor ein: Troponin zum Zeitpunkt der Abnahme unauffällig, auffällig ist ein erhöhtes CRP und eine Leukozytose (13´000/µL).

Was würden Sie machen? Wie würden Sie dieses hochauffällige EKG beurteilen?

Freue mich auf die Antworten! Eine Kommentierung erfolgt durch mich am Ende der Woche.

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8 Gedanken zu “EKG des Tages – Was hätten Sie gemacht?

  1. SR, LAD, neg. T in III, Abflachung in aVF.
    Auffällige ST-Hebungen in V1, V2, spitzes hohes T in V3.

    Sieht nicht ganz nach einem typischen Brugada aus, ausschließen würd ichs nicht.
    Familienanamnese?

    DD: Myokarditis, LAE, rechtsventrikulärer AMI

  2. Keine Symptome außer rechtsthorakaler Schmerz (Dyspnoe? Schwäche?…)
    Wie lange bestehend (besonders wichtig um das TropT beurteilen zu können)? Wann aufgetreten? Stärker werden?
    Vorgeschichte die zu LAE passen könnte (lange Reise etc.)
    Sonstige relevante Vorerkrankungen? (Kardial, Niere, OPs, Klappen? Fieberschübe?)

    EKG: SR, f=90 geschätzt weil schwer zu sehen, ÜLT, auffällige Endstrecken vor allem in V1, V2 und auch III (und aVR).

    - Art. BGA (Hyperventilation?)
    - Notfallecho (Wandbewegungsstörungen? Rechter Ventrikel? Erguss? Klappen?)
    - Verlaufskontrolle TropT in 2h, Nachmelden von CK, CK-Mb, D-Dimer
    - Thorax-Röntgen, Ustatus
    - Blutkulturen

    Weiter je nach Klinik – jedoch sicher stationäre Aufnahme, am Monitor. Ggf für TEE planen.

  3. Wie hoch ist das CRP? Wie ist die Qualität der Schmerzen? Atemabhängig oder Druckgefühl? WELLS Score LAE und D-Dimer? SpO2? Auskultationsbefund?
    Fehlen noch so einige Basisinformationen. Das EKG zeigt aber ein bifaszikuläres Blockbild mit konsek. ERBST. ZB bei Rechtsherzbelastung oder auch Infarkt.

  4. Danke für die Erinnerung! Enfach durch die Arbeitslast vergessen.

    Aus meiner Sicht durchaus ein EKG mit Tücken. Primär würde ich mir nicht trauen, den Myokardinfarkt komplett auszuschliessen. Wir führten ein Echo durch, es zeigte siche eine unauffällige myokardiale Funktion ohne WBst., auch Troponin war unauffällig.

    Es bleibt das Brugada-like Phänotyp EKG übrig. Diese Veränderungen treten insbesondere bei Infektionen auf. Die Anamnese des Patienten hinsichtlich Synkopen, pos Familienanamnese bzgl SCD waren negativ.
    Wir haben den Patienten antiinfektiv therapiert und ihn entlassen.

    Hilfreich ist es, sich zur Thematik Brugada Syndrom noch eingschlägige Artikel z.B. in Circulation durchzulesen. Man ist immer wieder mit derartigen Problemen konfrontiert. Selbstverständlich hilft auch ein versierter Rhythmologe gerne!

    http://circ.ahajournals.org/content/106/19/2514.full?sid=65b38f65-7cd7-49dc-8bbe-50ec1a9f4344

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