Update – Routinemäßige Koro bei Out-of-Hospital Cardiac Arrest?

Vor kurzem hatte ich Ihnen über die 5. Chain of Survival bei Reanimation berichtet. Klar ist zwischenzeitlich, dass die Nachsorgephase nach Reanimation ebenso wichtig scheint, wie die eigentliche Reanimation etc. Nicht eine isolierte Maßnahme, sondern die Kombination mehrerer Maßnahmen führt zu positiven Effekten für die betroffenen Patienten.

Erwähnt hatte ich u.a. auch, dass offensichtlich eine frühzeitige Koronarangiographie bei Patienten nach “Out of Hospital Cardiac Arrest” sinnvoll scheint. Diesem Thema widmet sich ein hervorragend geschriebenes Editorial in der Zeitschrift Nofall- und Rettungsmedizin.

Kollege Richard Arntz aus Berlin diskutiert die Evidenz und fasst die Daten wie folgt zusammen:

  • Ein multifaktorieller Ansatz zur Nachbetreuung von Patienten nach CPR ist sinnvoll und notwendig. Die Ursache des plötzlichen Kreislaufstillstands sollte diagnostiziert werden.
  • Die KHK ist Hauptursache für den plötzlichen Herztod.
  • Die Aufzeichnung eines EKGs unmittelbar nach Reanimation ist essentiell: Bei ST-STreckenhebungen, ST-Senkungen und Linksschenkelblock bzw. Verbreiterung des QRS – Komplexes können mit hohere Sensitivität die Patienten identifiziert werden, welche vermutlich eine KHK als Ursache der Reanimation haben.
  • Der Nutzen einer frühzeitigen Koronarangiographie für Patienten mit Hinweis auf NSTEMI/NSTE-ACS sollte prospektiv untersucht werden. Die publizierten Fallserien zu dieser Thematik scheinen Effekte viel zu euphorisch darzustellen, offensichtlich sind die Ergebnisse bedingt durch Patientenselektion und damit durch Bias.
  • Aber auch die klinischen Effekte bei STEMI sind bisher nicht adäquat addressiert, es werden viele Annahmen übertragen aus den Studien bei STEMI ohne Reanimation.
  • Bei entsprechender Indikation spricht nichts gegen eine Thrombolyse mit anschließender invasiver Abklärung (z.B. bei langen Wegezeiten, bei STEMI)
  • Die publizierten Leitlinien sollten sich auf fundierte Studiendaten beziehen, welche in der oben diskutierten Situation nicht ausreichend vorhanden sind.

 

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2 Gedanken zu “Update – Routinemäßige Koro bei Out-of-Hospital Cardiac Arrest?

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