Diskussion der Top Web 2.0 Notfallmediziner über Ultraschall der Lungenembolie

Google Hangout ist der neueste Schrei in der Welt der notfallmedizinischen Web-Ressourcen. Im angeführten Beispiel diskutieren 6 Spezialisten aus dem Bereich Emergency Ultrasound Wissenswertes zum Notfall-Echo bei Verdacht auf Lungenembolie:

Hier die wichtigsten Infos noch einmal in der Zusammenfassung:

  1. Es werden zwei klare klinische Fragestellungen unterschieden:

    Der Patient mit nachgewiesener Lungenembolie der eine Echokardiographie mit der Fragestellung nach Notwendigkeit einer Lyse bei Rechtsherzbelastungszeichen erhält und

    Der Patient mit undifferenziertem Schock, der möglicherweise eine Lungenembolie als Auslöser hat

  2. Optimale Aussagebedingungen findet man meist in parasternaler kurzer Achse und 4-Kammerblick apikal. Nach drei wichtigen Sachen wird gesucht: dilatierter rechter Ventrikel (RV), D-förmiger linker Ventrikel, pralle Vena cava inferior (VCI).
  3. Wichtig ist dass RV und VCI korrekt angeschnitten werden. Wenn die VCI flach ist, ist es keine relevante Lungenembolie.
  4. Messungen sind mit grosser Vorsicht zu geniessen und sind vor allem in Phasen hoher Akuität irrelevant.  Guckt nach offensichtlichen Zeichen in diesen Phasen!
  5. Interessant: Auch in der prolongierten Reanimation einen Blick auf die Femoralvenen werfen, um hiermit gegebenenfalls bei Thrombusnachweis eine Lyseentscheidung zu untermauern
  6. Vorsicht vor Zeichen der chronischen Rechtsherzbelastung! Ein erweiterter RV mit verdickter Wand spricht eher für ein chronisches Problem. Trotzdem: Gerade die Pat die eine PHT haben können sich keine weitere Verschlechterung leisten, daher im Zweifel pro Lyse…

Am Ende entspannt sich eine interessante Diskussion über die Indikation zur Lysetherapie bei Rechtsherzbelastungszeichen: es scheint als seien die pulmonologischen Kollegen insgesamt recht lysescheu (dies deckt sich mit eigenen Erfahrungen). Mehr Mut zur Lyse ist jedoch vor allem fürs Long-Term Outcome förderlich. Dies ist auch genau das, was wir den Patienten in einer grenzwertigen Situation sagen können. Es gibt keine Evidenz für einen Überlebensvorteil, wohl aber für ein funktionell besseres Outcome und die Komplikationsraten sind geringer als im Allgemeinen angenommen.

Es lohnt sich den gesamten Beitrag durchzuhören, viel Spass!

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