Ultrasound in EM – intrakranielle Drucksteigerung

Ich wurde vor kurzem von unserer OÄ E. Glöckner angesprochen und mir von Ihr der Stellenwert von der Ultraschallanalyse des Nervus opticus Breite dargestellt. Spannende Technologie, leicht zu erlernen und in erfahrenen Händen sehr aussagekräftig …..
Per Zufall bin ich wieder über dieses Thema der Notfallsonographie gestolpert: Es gibt eine gute Übersichtsarbeit in Intensiv Care Med 2011, welches über den Stellenwert bisheriger Arbeiten zu diesem Thema berichtet: Bei einem Cutoff Wert von 5mm des N. opticus (gemessen 3mm unterhalb der Bulbushinterwand) wird mit hoher Sensitivität und Spezifität ein erhöhter Hirndruck erkannt. Natürlich muss man auch vorsichtig sein: es handelt sich hier um keine Goldstandardmethode (die stellt die intrakranielle Druckmessung dar), d.h. bei normalen Durchmesser gibt es noch eine geringe Restwahrscheinlichkeit, dass doch ein erhöhter intrakranieller Druck vorliegt …. aber für Situationen wie in der Notfallmedizin ein extrem spannendes und aus meiner Sicht extrem wichtiges Verfahren.

Zu berücksichtigen ist, dass diese Messungen häufig bei Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern durchgeführt wurden (intrakranielle Blutung, Aneurysmablutungen etc.), aus diesem Grund muss auch hinsichtlich der Übertragbarkeit eine gewissen Vorsicht beibehalten werden.

Es gibt natürlich auch neuere Arbeiten, am Eindrucksvollsten ist eine Arbeit, die in Neurocritical Care erschienen ist: Bei 65 Patienten auf einer neurochirurgischen Intensivstation wurden insgesamt 536 Messung durchgeführt. Ein “optic nerve sheath Diameter” >48mm hat eine Sensitivität von 96% und eine Spezifität von 94%, um einen intrakraniellen Druck von >20mmHg zu detektieren. Die SChlußfolgerung der Autoren lautet, dass die Messung des ONSD eine genaue, nicht-invasive Methode ist, um einen erhöhten Hirndruck zu detektieren (Cutoff 48mm).

Aus meiner Sicht eine wirklich sehr spannende und erfolgversprechende Methode.

Wie macht man das nun praktisch?
Linearschallkopf, einige Literaturstellen geben an, dass der Oberkörper des Patienten in Rückenlage um 20 °Grad erhöht sein soll, von lateral anschallen, damit nicht von frontal am geschlossenen Augenlid mit U-Schall-Gel zu viel Druck ausgeübt wird. Lassen Sie sich doch die Technik von E. Glöckner bei Gelegenheit zeigen!!! Mir hat es extrem Spass gemacht!

Kaum, dass ich diesen Post geschrieben habe, sehe ich, dass Scott W. auch über dieses Thema einen Blog zusammengestellt hat. Schauen Sie doch hier noch rein.

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Ein Gedanke zu “Ultrasound in EM – intrakranielle Drucksteigerung

  1. Hab es gestern in der Klinik ausprobiert. Funktioniert super einfach, 10 Sekunden Anatomie des Auges in Erinnerung rufen, 30 Sekunden Schallkopf auf dem Lid schwenken, ausmessen … Ein CT hat übrigens gegenüber einer ICP-Messung auch “nur” eine Sensitivität ~99% und Spezifität ~70%.

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